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Donnerstag geht es für mich zurück nach Bamberg, und seit einigen Tagen befinde ich mich im “Abschied aus Wien”-Modus; am Sonntag habe ich z.B. eine längere Joggingrunde durch den Wienerwald gedreht und mich so geistig und körperlich auf den anstehenden Halbmarathon am 1.5. in Bamberg eingestellt. Gestern war ich das letzte Mal im Café Sperl (und habe dort Michael und Daniela getroffen, die beide in Bamberg im Collibri arbeiten…).
Heute gab es dann einen würdigen Abschluß für den “beruflichen Teil” meines Aufenthalts - ich habe nachmittags Philipp Naderer (den ich von der BlogTalk-Konferenz letztes Jahr kenne) auf einen Kaffee getroffen und mit ihm über das Bloggen und anderes geredet [und gerade sehe ich in seinem Blog, dass er heute Geburtstag hatte!]. Um sieben stand dann ein Vortrag über “Die Zerstörung der Mittelschichten” an, den ich gemeinsam mit Thomas N. Burg besucht habe. Das Thema klingt apokalyptisch; der Untertitel “Vortrag zur neuen Selbstständigkeit” mildert es dann schon etwas ab: Es ging um die Veränderungen der Arbeitswelt, die aus zwei Richtungen beleuchtet wurden:
Harald Katzmair, Geschäftsführer von “FAS Research”, sprach über die gesellschaftlichen Konsequenzen, die der Wandel der Wirtschaft hin zur netzwerkartigen Organisation mit sich bringt - ein wenig überspitzt formuliert, lautete seine These: Die Organisation des Arbeitslebens wird immer stärker netzwerkartig - und die einzige Gegenwehr, um den Menschen Sicherheit zu geben, liegt im Aufbau von weiteren Netzwerken.
Als Hauptredner des Abends war der Mailänder Soziologe und Unternehmensberater Sergio Bologna geladen, der ein wenig allgemeiner über die Veränderungen des Kapitalismus und der Beschäftigungsverhältnisse sprach. Viel drehte sich um die “Selbstständigen der 2. Generation”, worunter er vor allem die “knowledge worker” der IT-bezogenen und kreativen Berufe versteht - arbeitsrechtlich treten sie oft gleichberechtigt ihren Auftraggebern gegenüber (zwei Unternehmer schließen einen Vertrag über die Erbringung einer Dienstleistung), aber faktisch bestehen weiterhin Abhängigkeitsverhältnisse.

Bologna, Katzmair und der unbekannte Gewerkschafter
Das ganze war eine Veranstaltung des Österreichischen Gewerkschaftsbundes und hatte dementsprechend auch einen politischen Drall - was aber dem Thema gut getan hat. Letztlich geht es ja um die Frage, wie die Interessen von “abhängig Beschäftigten” (selbst wenn sie formell über Ich AG oder ähnliches selbstständig sind) vertreten werden. Als “freiberuflicher Wissenschaftler” bin ich selber ja ein Exemplar dieser neuen, rasch wachsenden Gruppe von Wissensarbeitern, und ich habe das Glück, inzwischen über genug soziales Kapital (meine sozialen Netzwerke) und kulturelles Kapital (mein Dr.) zu verfügen, das mir große Freiheiten gibt, meinen Lebensunterhalt zu sichern. Aber ich bin in der Hinsicht sicher privilegiert gegenüber vielen Menschen, deren Arbeitsleben deutlich mehr Zwängen unterliegt.
Nach den Vorträgen verschob sich der Fokus dann zu Schnittchen und Bier, wo die “neuen Netzwerke” auch noch praktisch relevant wurden. Thomas traf einen alten Bekannten (der ihm mal vor zehn Jahren ein Motorrad kaputt gefahren hatte) wieder, der als psychologischer Coach arbeitet und u.a. Sportvereine als Organisationsentwickler berät. Er überlegt, dabei auch Netzwerkanalysen einzusetzen, und wir unterhielten uns ein wenig über Versuche, die Spielsequenzen beim Fussball oder Basketball so zu untersuchen (wer passt den Ball zu wem?). Später wechselte ich noch ein paar Worte mit einigen Mitarbeitern von Katzmairs FAS Research; evtl. kann ich in Zukunft mit dem Institut einmal zusammenarbeiten, um Netzwerke und die ihnen zugrundeliegenden Prozesse im Internet zu untersuchen. Und mit Thomas habe ich ohnehin diverse Projekte angedacht und vereinbart - also allein vom Aspekt des “networkings” haben sich die vier Monate in Wien schon mehr als gelohnt!
Ach ja: Nach vier Monaten war ich auch endlich mal in dem Trödelladen bei mir um die Ecke. Die Wahl fiel relativ schnell auf einen… ja.. was ist es eigentlich? … auf das Ding, das da an meiner Tür hängt..

Frau ohne Namen und Funktion
Na, auch wenn dir der Abschied vielleicht schwer fällt - wir freuen uns, dass du wieder nach Bamberg kommst!
Und das Ding? Das ist finde ich ein Kleiderbügel. Und todschick natürlich. Voll Seventies-Retro-Kitsch. *haha*
Und wie deine doofen Smilies funzen, weiss ich immer noch nicht! *brmpf*
hmmm.. kleiderbügel ist keine schlechte idee.. :9
und die smilies: weiß auch nicht, evtl. ist irgendwas in den settings nicht korrekt, ich überprüfs bei Gelegenheit mal