Blogs und Wissenschaft

Nach der noch eher emotional geführten Debatte vom Sonntag zieht die Diskussion über Wissenschaft vs. Blogs jetzt immer weitere Kreise, und immer mehr Leute schalten sich ein. An verschiedenen Ecken im Rebellmarkt geht es weiter, auch bei Steffen Büffel’s Media-Ocean wird debattiert, und nicht nur dort. Ich weiß mittlerweile gar nicht mehr so recht, ob ich mich von bestimmten Vorwürfen überhaupt angegriffen fühlen soll, wie es am Sonntag noch passiert ist – allerdings ging da ja auch einiges wirklich sehr direkt gegen mich, weil ich das Vergnügen hatte, in eine Auseinandersetzung mit drei sehr geübten Blog-Fechtern (oder Heckenschützen..;-)) zu geraten.

Spannend finde ich, dass die Diskussion weiter Fahrt aufgenommen hat und es inzwischen grundsätzlich darum geht, ob man sich wissenschaftlich mit Blogs beschäftigen kann. Wenn ja, wie? Wenn nein, warum nicht?

Vorweg: Ich meine, dass es geht. Und ich schaue, dass ich demnächst nochmal was darüber schreibe, mit welchen Methoden eine "Weblogforschung" vorgehen könnte. Für den Moment will ich auf zwei Probleme eingehen, die ich aus der Diskussion der letzten Tage rauslese: Unterschiedliche Geschwindigkeiten und unterschiedliche Sprachen.

Unterschiedliche Geschwindigkeiten

Völlig richtig:  

"Die Blogosphäre wird für die Wissenschaft nicht anhalten." [DonAlphonso]

und

"Eine "wissenschaftliche Tagung". Einer bloggt live mit, innerhalb von wenigen Stunden bloggen andere auch, ein flickr-tag wird mit Fotos gefüllt, jeder – unabhängig von der Länge seiner Veröffentlichungsliste – kann in blogs mit diskutieren und macht das auch. Das alles muss den staatlich alimentierten Wissenschaftlern ziemlich unheimlich vorkommen. Früher war man unter sich, Diskussionen gab es nicht, und der Tagungsband erschien erst 6 Monate später. Ich kann den Hilferuf nach staatlicher Kontrolle gut verstehen." [strappato]

Bloggen ist schnell, dicht, dynamisch, gleichzeitig sowohl flüchtig als auch persistent. Nach einigen "herkömmlichen" Tagungen (durchaus im Internet-Umfeld, bspw. bei den "German Online Research"-Konferenzen) war die Blogtalk 2.0 in Wien meine erste Begegnung mit einer völlig anderen Art von Konferenz. Mit den Konversationen wurde nicht bis zur Kaffeepause gewartet, sondern die wurden in den Backchannels von Wiki, IM und Blogs geführt, während vorne der Vortrag lief. Nach der Konferenz gingen die Diskussionen dann in einer Art verteilter Konversation weiter. Anstrengend, aber sehr sehr spannend.

Während das noch etwas ist, auf das sich Wissenschaftler einstellen können, sieht es bei der Dynamik der Blogosphäre anders aus – hier können "wir Wissenschaftler" tatsächlich nur versuchen, snapshots zu machen, die einige Tage später schon wieder veraltet sind – wenn die Diskurskarawanen weitergezogen sind und wieder drei neue Tools auf dem Markt sind, die das Publizieren, Kommunizieren und Vernetzen verändern.

Aber deswegen auf Wissenschaft verzichten? Keinesfalls! Auch aus der Diskussion im Rebellmarkt:

"Wie auch immer, Wissenschaft in ihren institutionalisierten Formen hat ja auch Vorzüge. Thesen werden in einem hierarchichen System jahrelang diskutiert, geprüft, getestet, verbessert oder verworfen – und dies im Idealfall in einer Sorgfalt und Wissenschaftlichkeit, die im alltäglichen Blogbetrieb mit seiner flirrenden Themenwechsel kaum drin ist." [first_dr.dean]

Es tut sicher not, gerade im Bereich der Internetforschung neue Veröffentlichungswege zu etablieren, die der Dynamik des Untersuchungsgegenstands gerecht werden. Die gibt’s ja auch, siehe Online-Journale, Open Access Initiativen, etc. Aber sie wird nie mit der Geschwindigkeit der Diskussionen in Blogs mithalten können – und braucht das auch nicht. Ein entscheidender Unterschied liegt doch genau darin, dass die Wissenschaft einen besonderen Anspruch hat: Mit nachvollziehbaren Methoden Erkenntnisgewinn zu erzielen und die Schlußfolgerungen daraus in einer Art und Weise zu veröffentlichen, die Kritik und damit Verbesserung des Wissens zuläßt.

Die Methoden anzuwenden und die Erkenntnisse zu formulieren dauert seine Zeit, und die Erkenntnisse müssen sich einem (vorrangig wissenschaftlichen, aber nicht nur) Diskurs stellen, in dem sich so weit wie möglich die Kraft des besseren Arguments durchsetzt. Das macht man nicht mal eben hopplahopp. Ich hab allein für dieses Posting, das jetzt ja bei weitem kein Paper o.ä. ist, ca. anderthalb Stunden gebraucht, weil ich hier nicht eben mal was hinschreiben will, sondern darüber nachdenke.

(Ich sage übrigens nicht, dass das Wissenschaftssystem immer und überall diesem Anspruch gerecht wird.)

Unterschiedliche Sprachen

In den Diskussionen treffen (meines Wissens nach zum ersten Mal in der Form und Ausmaß im deutschsprachigen Raum) zwei Varianten aufeinander, über die Welt nachzudenken: Hier die schnelle Blogosphäre mit ihrer authentischen und hochgradig interaktiven Art zu kommunizieren, dort die Wissenschaft mit etablierten Begriffen, einer ausgeprägten Reputationshierarchie und dem Versuch, die Subjektivität des Forschers so weit wie möglich rauszuhalten. Das kann ja nicht gutgehen.. :)

Steffen drückt es schön aus: 

"Irritation entsteht halt genau dann, wenn man in einem (kulturellen) Kontext ein Sprachregister verwendet, dass eigentlich in einem anderen kulturellen Kontext üblich ist. Genau deswegen sind die meisten Journalistenblogs so öde und genau deswegen findet man als Blogger Wissenschaftliches nicht so prickelnd und genau deswegen scheint es (einigen) Wissenschaftlern sehr schwer zu fallen vom Wissenschaftsjargon einfach mal auf *erzählen* umzuschalten. Kulturpraktiken wollen halt erlernt werden und da kann Forschen ein Ansatz sein ;-) " [mediaocean]

Nimmt man als Wissenschaftler das Bloggen ernst – und das muß man meiner Meinung nach, weil Blogs zusammen mit anderen Formen der "social software" tatsächlich besondere gesellschaftliche Veränderungen mit sich bringen -, dann sollte man sich auch etwas intensiver damit auseinandersetzen. Ein eigenes Weblog zu führen ist vielleicht nicht Pflicht (das hat auch was mit Zeitbudgets zu tun), aber es hilft ungemein, weil man

a) dadurch einen direkteren Zugang zu dem Phänomen hat, das einen interessiert,

b) bestimmte Ideen und Interpretation jenseits der formalen Publikationsreife entwickeln und zur Diskussion stellen kann und dadurch

c) die eigene Person (auch) als Wissenschaftler etwas transparenter macht.

Nur: Bloggen ist nicht Wissenschaft, und das eine läuft nach anderen Regeln ab als das andere. Ob mein Bloggen relevant ist, entscheiden meine Leser, indem sie wieder kommen, ab und an mal was kommentieren oder mich verlinken. Ob meine wissenschaftlichen Beiträge relevant sind, entscheiden die akademischen Peers auf Konferenzen und in Kommissionen etc., indem sie mich meine Gedanken vorstellen lassen oder mir meinen Lebensunterhalt zahlen.

Natürlich will ich, dass meine Gedanken und Interpretationen auf beiden Seiten als diskutabel akzeptiert werden und man sich mit ihnen kritisch auseinandersetzt. Nur kommen wir dann wieder zur Sprache: Bloggen und Wissenschaft sind unterschiedliche Idiome, die von der jeweils anderen Seite möglicherweise nicht verstanden werden.

Ich habe es ja selbst gemerkt: Als ich meinen Abschlußbericht zum Wien/Krems-Projekt hier ins Blog gestellt habe, habe ich die Zusammenfassungen der beiden Hauptkapitel rausgezogen, weil sie in meinen Augen meine Gedanken auf den Punkt bringen. Nur (und das kriege ich ja entsprechend gerade um die Ohren gehauen..:)), sind das gerade diejenigen vier oder fünf Seiten, in denen der soziologische Jargon am dichtesten und für viele am unverständlichsten ist (*). Mein Fehler und wirklich doof, weil ich ja will, dass sich auch Blogger mit meinen Gedanken beschäftigen, um mir gegebenenfalls Rückmeldung zu geben, wenn sie es doof oder super oder zu undifferenziert oder wasauchimmer finden. Aber meine nächsten Forschungsergebnisse (und da steht grad was ganz besonders vor der Tür, bald mehr…) werde ich nach dieser Lektion auch anders präsentieren.

(*) By the Way: Würde man einem Paper aus der Molekulargenetik auch vorwerfen, dass es so völlig unverständliches Gelaber sei, da müsse man doch auch anders drüber sprechen können, schließlich gehe es um etwas völlig simples, nämlich den Menschen? Oder liegt es daran, dass jeder Mensch (und wir Blogger allemal) zum Teil eben auch Alltagssoziologen sind und das Gefühl haben, man müsste das alles auch einfacher ausdrücken können?

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22 Antworten auf Blogs und Wissenschaft

  1. Roland Abold sagt:

    Ich denke, Du solltest Dich auf keinen Fall von allen Vorwürfen angegriffen fühlen, die hier und da geäußert werden (ich hab Deine abendliche Diskussion auf dem Rebellmarkt gesehen). Fakt ist doch, dass im Moment von manchen versucht wird, der Wissenschaft als solcher (und es ist egal, ob es sich dabei um KoWi, PoWi oder Soziologie handelt), pauschal die Fähigkeit abzusprechen, sich einem mehr oder weniger neuen Phänomen der onlinebasierten Kommunikation zu widmen und dadurch Erkenntnisfortschritt zu produzieren. Es werden die Methoden abgelehnt, es wird die Sprache abgelehnt und es werden die Ideen abgelehnt, die entwickelt werden.

    Soweit so nett, aber ich persönlich kann den Vorwurf, die Wissenschaft verstehe überhaupt nicht, worum es beim Bloggen geht, nicht nachvollziehen. Das ganze wird immer so dargestellt, als müsste man (um in Deinem Beipsiel zu bleiben) ein Molekül sein. um Molekulargenetik zu betreiben, oder eben ein seit Jahren etablierter Blogger mit künstlerischem Anspruch um ein Weblogforscher zu sein. Diese Sichtweise lehne ich ab, da gerade in der wissenschaftlichen Betrachtung eines Gegenstandes ein weinig Abstand zum Untersuchungsgegenstand nicht schadet.

    Und wenn nun bei der Betrachtung eines bestimmten Aspekts der Wirkung von Weblogs (z.B. auf den Journalismus) herauskommt, dass es die nur sehr bedingt gibt, dann mag das das Selbstverständnis manches Bloggers verletzen. Falsch ist diese Erkenntnis deshalb noch lange nicht. Und soviel Selbstbewusstsein sollte jede Wissenschaft und jeder Wissenschaftler haben, seine Ergebnisse auch gegen Widerspruch von selbsternannten Experten zu verteidigen.

    Daher: Respekt vor Deiner Standhaftigkeit in der Diskussion
    Demut oder gar Verzweiflung ist jedoch nicht angebracht :-) )

  2. Pingback: Bamblog » Praktiken des Bloggens

  3. Sebastian sagt:

    Nur mal schnell, hab gerade nicht die Zeit: Ich bin schon der Meinung, dass sich Wissenschaft mit Blogs auseinander setzen sollte. Zum einen jedoch u.a. selbst bloggend oder mit Unterstützung der Blogger und nicht a priori so tun als ob bloggen … wär.

  4. Viele der Diskussionen die ich in Karlsruhe und in den letzten Tagen hier, in meinem Blog und vor allem im Rebellmarkt verfolgt habe verlaufen auf einem hohen Niveau. Ich finde das unheimlich produktiv und gut, dass sich Wissenschaftler und Blogger mal an den vernetzten virtuellen Stammtisch setzen und Argumente austauschen – manche mit mehr, manche mit weniger Gehalt. Vielleicht sogar dabei eine gemeinsame Sprache finden…

    Diejenigen Kommentatoren, die es sich mit Pauschalkritik recht leicht machen verteidigen meiner Meinung nach nur ihr Revier, das gar nicht ihnen und auch nicht den Wissenschaftlern, sondern allen und niemandem gehört. Ich verstehe die Pauschal- und Rundumkritik an der Wissenschaft als Versuch die eigene (Blogger-)Identität zu bewahren, indem althergebrachte Klischees bedient werden (z.B. “sinnlose Subvention sinnloser Wissenschaft” etc.). Aber auch gut, vollkommen okay. Das schöne ist doch gerade, dass all diese Meinungen nebeneinander existieren.

    Und wie ich es an anderer Stelle schonmal gesagt habe: Bloggende Wissenschaftler wie Jan und ich können gut mit der Kritik umgehen und stellen uns dieser auch gerne. Es ist doch gerade das kontroverse an und in den Diskussionen, was das Bloggen ausmacht. Ich für mich ziehe daraus mehr Gewinn als “Kränkung”… Sorry, liebe Pauschalkritiker!

  5. Pingback: Glück auf! - Andreas sein Weblog » Blog Archive » Hart bloggende Wissenschaftler

  6. @Büffel: „Bloggende Wissenschaftler wie Jan und ich können gut mit der Kritik umgehen und stellen uns dieser auch gerne. Es ist doch gerade das kontroverse an und in den Diskussionen, was das Bloggen ausmacht. Ich für mich ziehe daraus mehr Gewinn als “Kränkung”… Sorry, liebe Pauschalkritiker!“

    Ich bewundere die Leidensbereitschaft, mit der Sie sich ins Getümmel werfen. Sie erhalten aber auch die Grenzen ethnologischer, teilnehmender Forschung demonstriert. Die Forderung „Forscher müssen bloggen!“ klang in den letzten Tagen wie: Erst wer einer von uns ist, ordentlich sozialisiert und eingenordet, darf forschen. Forschung wäre dann nur noch die Verdoppelung des Blogger-Selbstbilds. Stellen Sie sich vor, ein Medienunternehmen fordert: „Arbeiten Sie erst mal ein paar Jahre für uns, erst dann wissen Sie, wie das bei uns funktioniert!“ Nichts gegen Vertrautheit mit dem, worüber man forscht, aber man sollte nicht die Rollen verwechseln.

    Wir bekommen in den letzten Tagen hier auch ein taktisch geschöntes Bild der Bloggerei geboten. Das ist das, was analytische Forschung als „Reaktivität“ bezeichnet. Es ist längst Grundwissen der Webforschung, dass auch unter Weblogs das „Power law“ und das Gesetz „The rich get richer“ gelten (auf einige Quellen hatte ich bereits hingewiesen). Ob gewollt oder nicht: Auch zwischen Bloggern entsteht eine Aufmerksamkeits- und Einflusshierarchie. Es sind ganz ähnliche Attraktoren wie in den Massenmedien, die zum Erfolg führen. Gezielte Provokation und Tabubruch funktionieren ja auch im Privatfernsehen hervorragend. Das Imponiergehabe einiger Platzhirsche ist dafür ein guter Beleg, auch wenn diese These nicht ihrem Selbstbild entspricht.

    Allerdings gibt es hier wie dort nur ein begrenztes Publikum, das dergleichen goutiert. Deshalb ist auch die Blogosphäre segmentiert. Hier von einer „Globalisierung“ (Bucher/Büffel 2005) zu sprechen, ist deshalb m.E. nicht treffend: Es gibt keine global vernetzte Blogosphäre. Deshalb auch meine stete Betonung, dass die Struktur in den USA anders ist als in Deutschland, wo es – diese Erkenntnis nehme ich mit – tatsächlich vermessen wäre, einen „Netzwerkjournalismus“ (Bucher/Büffel 2005) auszumachen. Auch wenn Don Alphonso in seinem „Blogs!“-Buch darauf beharrt, dass Weblogs mit dem Journalismus konkurrieren. Das gelänge ihnen erst dann, wenn Leitblogger eine Art Mediatorrolle übernehmen würden (Qualitätsprüfung, Aufmerksamkeitslenkung).

  7. Pingback: katzenbach.info » Blogs beforschen

  8. Monika sagt:

    ich finde es faszinierend, dass hier über ein Thema derart gesprochen wird, dass anzunehmen sei – die gesamte Bloggerwelt — wisse davon.

    dies ist schlciht ein Irrtum: eine gewisse Gemeinschaft von Bloggern weiß um dieses Thema, andere deutschsprachige Blogger wissen von diesem Thema und der “heißen” Diskussion darum gar nichts.

    Bloggen und die Wissenschaft sind sicher noch keine siamesischen Zwillinge und wenn dan welche, die derzeit so rasch als möglich eine Trennung anstreben. ;-)

    Blogger stellen vor allem im engl. sprachigen Raum den Anspruch an sich, dass sie nicht der Mainstream sind, (was bei einer 600000t download Rate der Software WordPress eine Illusion ist ;-) )
    gleichzeitig entdecken viele, dass sich mit Bloggen Geld machen läßt – ich teste dies selber an hauseignen Projekten und es stimmt.

    Die Wissenschaft mitten im sog. Mainstream – inmitten all derer, die meinen “anders” zu sein.
    Wissenschaft hat den Nymbus der Langsamkeit,
    Blogger den Nymbus der Schnelligkeit.

    Meine Erfahrung ist, dass Blogger, die bei einer “Gemeinschaft” alle dieselbe Software, ein Anbieter und somit Dot Com Blogger sind, sich in “ihren” Kreisen anders bewegen als Blogger, die mit einer sog. Hauptdomain bloggen.

    Gemeinschaften wehren sich immer erforscht zu werden,
    wer mag schon ständig mit einem Spiegel vorm Gesicht herumlaufen ??

    Bloß auch die schnellste Gemeinschaft wird es nicht verhindern können, dass man ihre Regeln erforscht – ihr hinter das Geheimnis kommt – und dass sie vielleicht gar nicht so “hype” ist, wie sie annimmt.

    +++
    Persönliches:
    Du stehst in Gefahr, Dich und Deine Wissenschaft nicht auseinanderhalten zu können,
    Du wirst nie angegriffen, wenn dann Deine Meinung – das macht Unterschied.
    Dir fehlt ein Kaffeehausbesuch – beim Jentschke…
    (wink mit dem Zaunpfahl- ich melde mich )

    lg
    Monika

  9. Michael sagt:

    Pauschale Wissenschaftskritik gibt es seit es die Wissenschaften gib. Sie ist in dieser pauschalen Form, egal wie verdeckt auch immer, nichts weiter als reaktionär. Es geht auch nicht um Kritik, sondern um ein Fertigmachen. Solches sollte man als das behandeln, was es ist, als Frustentladung.

  10. Jan Schmidt sagt:

    Danke für die ganzen aufmunternden Kommentare; noch zwei, drei kurze Bemerkungen von mir dazu:
    Kritik an meinen wissenschaftlichen Schlußfolgerungen ist ok, egal ob sie von den akademischen peers oder von Bloggern kommt – wenn sie denn sachlich bleibt. Im Eifer des sontäglichen Gefechts wurde da ab und zu mal eine Grenze überschritten, finde ich, aber das ist ok, weil ich mich ja zur Wehr setzen kann. Und in den Tagen danach hat es sich ziemlich gebessert, finde ich.
    Wenn Blogger ihr Unbehagen daran äußern, zu “Labormäusen” zu werden, kann ich das verstehen; allerdings bewegen sie sich nun mal im öffentlichen Raum und müssen daher damit rechnen, von allen möglichen Menschen beobachtet zu werden, die dann zu Schlußfolgerungen kommen, die möglicherweise nicht dem eigenen Selbstbild entsprechen.

    Was auch bleibt, denke ich, ist die Erkenntnis, dass man in Blogs durchaus über Wissenschaft und ihre Befunde diskutieren kann, aber (je nach Blog und damit je nach Publikum) möglicherweise mit einer anderen Sprache als im akademischen Betrieb. Ich weiß, dass die Reaktivität ein großes methodisches Problem teilnehmender Beobachtung darstellt, und trenne auch zwischen dem eigenen Bloggen und den allgemeinen Schlußfolgerungen, die ich aus meinen Beobachtungen und Analysen ziehe. Für mich ist einerseits eine Sache der Transparenz, andererseits auch ein Ausdruck eines, sagen wir “aufklärerischen Anspruchs”, meine Schlußfolgerungen an diejenigen Leute zurückzugeben, die es interessiert. Ob sie sie dann teilen, liegt nicht mehr in meiner Hand. Wie gesagt, ich hoffe, dass ich bald mal etwas ausführlichere Gedanken zu methodischen Aspekten der Weblog-Forschung aufschreiben kann. In dem Zusammenhang lohnt sich auf jeden Fall ein Blick auf das Weblog von Lilia Efimova.

    Letztlich bestärken mich die Diskussionen der letzten Tage in meiner These, dass es zahlreiche unterschiedliche Praktiken des Bloggens gibt, die unterschiedliche Erwartungen und Selbstverständnisse, unterschiedliche Regeln und Routinen, unterschiedliche Reichweiten und Netzwerke aufweisen. Manche Blogs/Blogger sind dank ihrer Stellung innerhalb der Blogosphäre “definitionsmächtiger” (manchmal vielleicht auch nur, weil sie ihre persönliche Meinung absoluter und lauter vertreten als andere.. :) ). Sie wirken (ob gewollt oder nicht) als Vorbild für andere, weil ihre Themen und Meinungen auf größere Resonanz stoßen als bei anderen. Je nach Perspektive kann man das A-List oder Diskurs-Hegemonie oder einfach nur populär nennen. :)

  11. Pingback: FDP-BW Weblog

  12. Sven sagt:

    Blogs und Wissenschaft haben auch gern mal was gemeinsam: dass sie in Gefahr geraten, das Universum mit der eigenen Nabelschau zu verwechseln. Und: dass bei ein bisschen Selbstreflektion dieser Fehler vermeidbar ist :-)

  13. Pingback: things to write home about

  14. Robert Hartl sagt:

    Wieso wird denn das Weblog immer als eigenständiges Phänomen gesehen und “gehypt”? Weblog ist für mich nur eine Software, welche Veröffentlichungen möglichst einfach gestalten. Ein Weblog muss aber nicht immer wie ein Weblog aussehen oder gar eines im herkömmlichen Sinne sein.
    Vielleicht sollte die Wissenschaft sich zu Beginn um Abgrenzung und Definition bemühen. Ich bin darauf gespannt.

  15. Patric sagt:

    Ich sehe die Weblogs auch eher als integrativer Bestandteil des Webs. Ich denke auch das der Hype um Weblogs viel zu gross ist. Vermutlich wird dieser Hype aber jetzt durch die ganzen PodCasts abgeloest, die dan das selbe durchleben ….

  16. Pingback: Bamblog » Weblogs: Abgrenzung und Hype

  17. Als Webdesigner und SEO sehe ich vor allem ein großes Problem auf die Wissenschaft als Quelle des Wissens zukommen: Wird sie sich nicht in den nächsten Jahren massiv zum Blog-tum bekennen, fällt Sie bald als die urspüngliche Quelle von Wissen flach…Wird dann einfach nicht mehr in Google gefunden werden…Nun ja…erste Besserungen sind ja zu beobachten.

  18. Andy-U sagt:

    Technorati gewinnt gegen Google? Hm …

  19. Pingback: Bamblog » Band zur ZKM-Tagung erschienen

  20. Bloggen wird zum immer größen “Volkssport” und ist echt eine viel bessere Alternative als ein herkömmlichen Forum / Board!

  21. Ist auf jeden Fall eine sehr gute Sache! Bloggen macht den Leuten die Kommunikation sehr einfach und ist dabei viel viel komfortabler als ein Forum mit der umständlichen Registrierung. Außerdem ist es meist viel übersichtlicher

  22. Jan Schmidt sagt:

    Ui, die URLs der letzten beiden Beiträge habe ich mal unkenntlich gemacht – ich weise darauf hin, dass Spam nur in folgendem Beitrag gestattet ist, und dort muss er sich an die Regeln halten:
    http://www.bamberg-gewinnt.de/wordpress/archives/484

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