Achtung - das Bamblog wird seit Mitte Oktober 2007 nicht mehr aktualisiert. Bitte besuchen Sie mein neues Weblog unter http://www.schmidtmitdete.de. Danke! - Please note that this blog is no longer active. You can find my new blog at http://www.schmidtmitdete.de. Thanks for visiting!
Von Donnerstag bis Samstag mittag fand die gemeinsame Tagung der DGPuK-Fachgruppen Computervermittelte Kommunikation und Medienökonomie statt. Ich war am Freitag vormittag als Kommentator für zwei Vorträge eingeteilt, die sich sehr unterschiedlichen Themen widmeten: Martin Welker (Leipzig) referierte über "Soziale Netzwerke revisited: Weblogkommunikation und die Massenmedien"; Sven Jöckel (Ilmenau) über "Die Macht von Star Wars. Neue Dimensionen eines Medienphänomens durch digitale Medien" (Co-Autor Jörg Müller-Lietzkow war verhindert).
Welker verortete Weblogs als Scharnier zwischen massenmedialer und interpersonaler Kommunikation und ging so über die gelegentlich noch aufzufindende defizitorientierte Analyse der Journalismusforschung hinaus. Statt also zu erörtern, ob und inwiefern Weblogs nun Journalismus seien oder nicht (was an den wirklich spannenden Fragen vorbeigeht), ging er von einer wechselseitigen Ergänzung von Massenmedien und Weblogs aus und argumentierte, dass letztere vor allem für eine horizontale, potenziell bidirektionale Kommunikation stehen, die zum Beispiel im Prozess des Agenda-Setting eine wichtige Rolle für die Verbreitung von Meinungen spielen.
Sven Jöckel stellte am Beispiel von Star Wars Ausmaß und Strategien der Verflechtung von Film und Computerspielen dar. Ein interessanter Punkt, der er eher en passant erwähnte, ist die deutlich größere Rolle von "Prosumenten" beim Computerspiel gegenüber dem Film: Das Erstellen von eigenen Inhalten im Anschluß oder als Erweiterung konsumierter Angebote, beispielsweise durch Mods oder eigenen Szenarien zu beliebten Spielen - wenn es denn die Software unterstützt. Hier bestehen Parallelen zu Weblogs, oder allgemeiner: zu Social Software (um nicht zu schreiben: Web 2.0). Denn auch hier agiert der Konsument bzw. Rezipient weniger als passiver Empfänger von Inhalten, sondern als aktiver Ersteller und Verbreiter von Texten und Meinungen. Neben Weblogs wird dies ja bei Wikis und kollaborativen Beschlagwortungssystemen besonders deutlich.
Die Diskussion war aus Zeitgründen leider recht kurz und nicht sonderlich ergiebig, aber das wurde durch andere Gespräche mehr als aufgewogne. Ich hatte im Vorfeld ja - in bester Röll’scher Manier
- meine Reisepläne hier im Blog bekannt gegeben. Das hatte sehr erfreuliche Konsequenzen:
- Gerd Stodiek, den ich bislang nur vom Namen kannte, kam zur DGPuK-Tagung vorbei, nachdem er in meinem Blog von der Veranstaltung gelesen hatte.
- Kai Lehmann, der mit Michael Schetsche die "Google-Gesellschaft" herausgegeben hat (incl. ein Beitrag von mir zu Online-Forschung) und einschlägig bloggt, traf ich zum Mittagessen.
- Und besonders spannend: Christoph Dowe von politik-digital.de sprach mich Anfang der Woche an, ob ich bei meinem Besuch in Berlin nicht auch einen Abstecher zu einer Diskussionsveranstaltung von poldi im British Council machen wollte. Klar wollte ich - und so fand ich mich - zusammen mit Christoph Fahle von der Politikfabrik und Martin Röll - als "Inspirator" zu einem Gespräch zwischen Christoph Dowe und Tom Steinberg zum Thema "e-participation in election times - a suitable tool for voter relationship management" wieder. Mehr dazu im nächsten Beitrag.
Die Debatte des Big Picture von Blogs blieb etwas aus, oder den spannenden Fragen a la Karlsruhe. Öffentlich und subjektiv und wie es unsere Identität verändert, Fragen ohne Antworten…
[…] Dieser Sommer hat es in sich. Gut, es ist extrem heiß gewesen die letzten Monate. Zusätzlich ist die WM im eigenen Land gewesen mit mir in der Haupstadt. Nein das ist noch nicht alles. Es gibt noch einen persönlichen Faktor in der Geschichte: Die Anfertigung meiner Abschlussarbeit. M.A. Politologie, Medienwissenschaften, BWL. Während die La Olá-Welle durch die Stadien läuft, schwappt die WEB 2.0 Welle durchs Netz und nimmt mich mit. Auf der Suche nach neuen Möglichkeiten der Politischen Kommunikation bei Jugendlichen im Rahmen meiner Magisterarbeit stoße ich unweigerlich und mit beständiger Frequenz auf Dinge im Netz, die die meißten Menschen wohl irgendwie “WEB 2.0″ labeln würden. Dieser Begriff geht mir ein wenig auf die Nerven, fällt er doch unter Umständen in die selbe Kategorie wie “Generation Golf” oder “Yuppie”. Nun gut, der Name sei dahingestellt (und es ist eher unwahrscheinlich, dass wir ihn in nächster Zeit wieder los werden). Fakt ist: Die tiefe Überzeugung hat sich in mir breit gemacht, dass diese Entwicklung. Technologie, soziale Interaktion, Emanzipation, gewachsene Akzeptanz der Kommunikationsmittel und was sonst noch man unter “Web 2.0″ subsummieren könnte, eine starke Verbindung hat zu den Tehmenbereichen “zivilgesellschaftliches Engagement”, Partizipation, Mobilisierung, Legitimation, Sozialisation, etc… Egal an welcher Stelle man ansetzt, man stößt unweigerlich auf Anknüpfungspunkte die weit in den Bereich Politische Philosophie/Politische Kommunikation hineinreichen. Es ist nun nichts Neues, dass sich Wissenschaftler unter dem Begriff “eDemocracy” Gedanken über das politische System im 21. Jahrhundert machen und dies ist auch nicht Ehrgeiz dieses Blogs. Doch wie so oft im Verhältnis von Wissenschaft und Praxis ist letztere meist viel schneller und pragmatischer in der Integration, Umsetzung und Nutzung neuer Technologien. Meist viel lautloser und unauffälliger als die begleitenden wissenschaftlichen Untersuchungen und oft machtvoller und in Verbindung mit schwerwiegenderen Folgen. Ich möchte hier also keine rein wissenschftliche Diskussion über die Folgen des WEB 2.0 für das politische System, für die Gesellschaft und für die Medien anstoßen. Ich möchte vielmehr eine pragmatische Behandlung der Entwicklung WEB 2.0 und seinene verwandten Themenbereichen (Social Software, etc…) voran Treiben, so dass (echte) Einsatzmöglichkeiten im politischen Bereich aufgezeigt werden die nachhaltig sind. Es wäre schön, wenn die Entscheidungsträger erkennen, wie wichtig es ist, das Thema im Auge zu behalten und es, sobald es praktikabel ist, zu integrieren. Es schließt sich ein Kreis für mich an dieser Stelle. Im letzten Jahr habe ich Martin Röll und Jan Schmidt auf einer Veranstaltung im British Council in Berlin kennengelernt bei einer Diksussionveranstaltung mit Tom Steinberg. Im Laufe meiner Recherche für meine Abschlussarbeit waren ihre Blogs und vor allen Dingen ihre de.licio.us Links Einstieg und Orientierungshilfe zum Thema. Schlusspunkt dieser Entwicklung ist der Anfang meines Blogs. Soweit so gut. Das war ein relative langes Eingangsstatement. Dabei wollen wir es belassen. Wie bei den meißten Blogs ist dies hier zunächst ein Experiment und wird seine Form im weiteren Verlauf finden. Ich freue mich über Feedback und gucke gespannt in die Zukunft. […]