OB-Wahl 2006: So langsam wird’s lustig

Posted on Samstag 4 Februar 2006

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Nun entwickelt sich das Bamblog doch ein wenig zu einem Wahlblog, aber gut. Wenn der OB-Wahlkampf bei uns in die heiße Phase geht (am 12.3. wird gewählt) und ich so schön hoch bei Google gerankt werde, wäre es ja fast fahrlässig, nix zu schreiben.

Heute im Fränkischen Tag:

CSU-Neller stellt sein Sieben-Punkte-Programm vor (Andreas Starke hat es immerhin auf zehn Punkte gebracht.. :)). Und jetzt beginnt die psychologische Kriegsführung:

„Realistisch und finanzierbar“ nennt der fast 44-jährige Jurist seine Ziele. Er will sich damit von den „Phantastereien“ des „orangen Kandidaten“ abheben. Dessen Namen, Andreas Starke, nahm er beim gestrigen Pressegespräch nicht in den Mund.  Bei einer Tasse Kaffee – „Ich sag’ immer: schwarz und süß, so wie ich!“ (Neller über Neller) – erläuterte der CSU-Fraktionsvorsitzende seine Prioritäten für Bamberg, sollte er am 12. März zum OB gewählt werden.

Um mit Tex Rubinowitz zu sprechen: "Die Ente hat Humor!"

Während also Peter Neller auf der zweiten Seite des Lokalteils seine sieben Punkte bei einer Tasse schwarzem Kaffee mit Zucker vorstellt, sind auf der ersten Seite - neben den Eindrücken von einer Podiumsdiskussionen zur lokalen medizinischen Versorgung mit allen vier Kandidaten - der orangene Kandidat Starke zusammen mit dem CSU-Stadtrat Sponsel abgebildet, wie sie eine Ortsbegehung in einem innerstädtischen Baugebiet vornehmen. Nanu? Ein CSU-ler macht Wahlkampf mit dem SPD-Kandidaten? Sollte es da doch nicht so weit her sein mit der Harmonie und der innerparteilichen Geschlossenheit in der Bamberger CSU, wie in diesen Tagen gerne betont wird? 



  1.  
    Februar 4, 2006 | 9:20 pm
     

    Mit der Geschlossenheit in der CSU ist es vermutlich ebenso weit her wie mit der Geschlossenheit bei der SPD - vor der Kandidatennominierung gab es ja auch nicht wenige Stimmen, die lieber eine rot-grüne Kandidatin (Sowa) als einen rot-gelb-irgendwas-Kandidaten (Starke) gesehen hätten. Aber das ist Demokratie :)

  2.  
    Jan Schmidt
    Februar 5, 2006 | 4:45 pm
     

    Da ich ja selber an den Diskussionen im Vorfeld der OB-Kandidatenkür beteiligt war, muss ich Deinen Kommentar etwas relativieren: Es war lange Zeit nicht klar, wer für die SPD ins Rennen geht, und in dieser Zeit wurde in der Tat überlegt, ob wir Ursula Sowa unterstützen. Als allerdings Andreas Starke dann seine Kandidatur erklärt hat, war klar, dass wir für ihn mit voller Kraft Wahlkampf machen. Politisch steht mir auch eine rot-grüne Konstellation näher als eine Zusammenarbeit mit der FDP, aber letztlich muss man ja realistisch sein und erkennen, dass eine Mehrheit gegen die CSU nur zustande kommen kann, wenn ein möglichst breites Bündnis geschmiedet wird. Das werden wir spätestens in der Stichwahl (wenn sie denn kommt) haben, und dann hoffe ich, dass auch die Grünen Andreas Starke unterstützen.

  3.  
    Februar 5, 2006 | 9:47 pm
     

    Ich hoffe ja immer noch auf eine rot-grüne Stichwahl nach der WoBla-Prognose :) aber sollte es zur wahl neller vs. starke kommen, wird relativ klar sein, dass sich die grünen nicht lumpen lassen und starke unterstützen.

  4.  
    Conny
    Februar 6, 2006 | 12:02 pm
     

    Ich hab während des Lesens dieses kleinen ironischen Meisterwerks (wird Wehner etwa doch noch CSU-kritisch?!) herzlich gelacht. Ist ja schon bitter genug, dass der Name, den Neller so peinlich zu vermeiden suchte, gleich im ersten Absatz vom FT nachgeliefert wird. Und das verkrampfte Bonmot vom Zuckerkaffee ist genauso schal wie die braune Brühe vom “Schwarzen Peter”-Bier… :D
    Da versucht einer zu retten, was nicht mehr zu retten ist. Neller hat sich bisher nur als Nachplapperer ohne eigene Visionen gezeigt, der eigentlich gar keine rechte Lust hat, OB zu werden, auch wenn er gebetsmühlenartig genau dieses behauptet. Fazit: Nicht wählbar. Schau’n wir uns lieber woanders um.

  5.  
    Ralf
    Februar 9, 2006 | 1:31 am
     

    Wer plappert hier nach…wenn Neller nicht vorplappern würde, hätte Starke nichts zu sagen. Siehe Podiumsdiskusion Thema Klinikum/Gesundheit/Ärzte, da hatte Starke nichts zu putzen…keine Ahnung..wäre ja auch zuviel verlangt sich mal vorzubereiten. Die Gebetsmühlen stehen im Keller der SPD und schnurren eifrig vor sich hin, nur ab und zu fangen sie an zu holpern und irgendwann bleiben sie stehen…weil nichts nachkommt.
    Und nochwas, lieber süßer Kaffe und schwarzes Bier in kleiner Dosis als Ramazotti mit Hustensaft, Champagner (eigentlich gar kein SPD Getränk) und 8 Jever zu oft.

    Fazit:nicht tragbar, nicht wählbar!

  6.  
    balrog
    Februar 9, 2006 | 12:33 pm
     

    Dass der gute schwarze Peter keine Lust hätte, OB zu werden, kann man wohl nicht sagen. Wenigstens wenn man sich die Stadt anschaut, die seit ein paar Tagen mit ihm zugekleistert ist. ” Das ist wie in der Geisterbahn, hinter jeder Kurve springt einem der Neller ins Gesicht”, meinte meine Freundin gestern sehr treffend.

    Aber ob Lust oder nicht: Er wird es nicht werden.Es gibt kein einziges treffendes Argument für Neller ausser vielleicht seiner Verwaltungserfahrung. Damit allein sollte er aber lieber Oberamtsrichter werden und nicht OB.Das wissen seine Partei”freunde” auch. Wie man aus sehr zuverlässigen Quellen hört, hat Ursula Sowa bereits 5 (!) Stimmen aus der CSU-Stadtratsfraktion sicher. Eine rot-grüne Stichwahl ist jedenfalls sehr gut möglich, wenn nicht sogar wahrscheinlich. Die GAL ist gut beraten, wenn sie alle Energie auf dieses Ziel richtet und den Wählern verdeutlicht, dass erstmals in Bamberg das sogenannte bürgerliche Lager auf den dritten Platz verwiesen werden kann ( wenn man nicht Starke auch dazu zählt, wofür besonders seine merkwürdige Bündnispolitik spricht).

    Sollte es entgegen meiner Hoffnung zu einer Stichwahl Neller/Starke kommen, wird Sowa selbstverständlich zur Wahl Starkes aufrufen, sodass auch deshalb Neller nicht den Hauch einer Chance mehr hat, auch wenn sich die CSU-Oberen gestern in pflichtgemäßem Zweckoptimismus üben.

  7.  
    Jan Schmidt
    Februar 9, 2006 | 12:43 pm
     

    Die wilde Plakatiererei von Neller erweckt bei vielen, mit denen ich spreche, den Eindruck von Verzweiflung. Ich möchte auch nicht wissen, was das kostet - erst ab Sonntag dürfen Plakate kostenfrei aufgestellt werden; immerhin zahlt die CSU laut einer Auskunft der Stadt dafür und hat nicht einfach so plakatiert. Anscheinend wird nun eine Materialschlacht angezettelt…

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