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Im Fränkischen Tag war heute ein Artikel über die Plakaterierei der OB-Kandidaten. Die genannten Zahlen bestätigen den Eindruck, dass Bamberg zugenellert wurde: Peter Neller hat 500 Plakate aufgestellt, genausoviel wie Norbert Tscherner, der allerdings ein deutlich kleineres Format gewählt hat. Andreas Starke und Ursula Sowa begnügen sich mit jeweils 200 Plakatständern. Ich wurde gestern von einem FT-Redakteur zu den Plakatmotiven befragt - nun bin ich ja weiß Gott kein Experte für visuelle Wahlkampfkommunikation und habe einfach meine persönliche Meinung gesagt, aber im Artikel kommt das doch schon ganz anders rüber..
Dr. Jan Schmidt, stellvertretender Leiter der Forschungsstelle Neue Kommunikationsmedien an der Universität Bamberg, hat für den FT die Unterschiede der jeweiligen Plakatstrategien schnell ausgemacht: „Bei Peter Neller springt vor allem der Name ins Auge, da wird auch viel Gewicht gelegt auf eine farbige, blumige Bildersprache. Anders Andreas Starke: Hier überwiegt das Sachliche, Nüchterne, das vom Schwarzweiß der Fotografien noch untermauert wird.“ Als eher „unspektakulär“ umschreibt der Experte die Wahlplakate von Ursula Sowa und Norbert Tscherner. Für alle gelte: Wie bei einer Personenwahl üblich machen sich die Protagonisten im Bild breit und weniger ihre Wahlslogans.
Was aus unserem Gespräch nicht in den Artikel übernommen wurde: Das Plakat von Ursula Sowa finde ich recht gar nicht unbedingt "unspektakulär" (das hab ich in Bezug auf Tscherner gemeint), sondern vielmehr interessant, weil sie darauf mit einer Bamberger Zwiebel zu sehen ist. Man erkennt das eigentlich nur, wenn man davor steht und näher hinschaut, dann stutzt man aber schon etwas und denkt sich "Was macht die Zwiebel auf dem Bild?" - die zieht sich übrigens durch ihre Kampagne, siehe auch das Bild auf der Homepage. Die Motive von Andreas Starke fallen nicht nur wegen der Kombination von orangenem Rahmen und schwarz-weiß-Fotografien auf, sondern auch weil er nicht im Portrait, sondern in Arbeitssituationen (am Schreibtisch, bei einem Meeting) zu sehen ist.
Peter Neller hat derweil ein weiteres Problem am Hals: Jetzt wenden sich schon eigene Parteifreunde gegen ihn, die nicht zusammen mit ihm plakatiert werden wollen. Auf der Titelseite des FT war heute folgendes zu lesen:
Ein offenbar nicht autorisiertes Wahlplakat hat gestern in Bamberg die CSU in helle Aufregung versetzt. Bei dem Stein des Anstoßes handelt es sich um ein Großflächenplakat, das seit wenigen Tagen an der Grenze zwischen den Städten Hallstadt und Bamberg steht. Das riesige Foto zeigt den OB-Kandidaten der Bamberger CSU, Peter Neller, und den Bamberger Landrat und Bezirkstagspräsidenten Dr. Günther Denzler mit dem Text „Gemeinsam für die Region!“ Der Landrat hat das Plakat nach eigener Darstellung nicht autorisiert und wurde nicht gefragt, ob er mit seiner Einbeziehung in den Wahlkampf einverstanden ist. Jetzt ist er verärgert und teilte dies auch Peter Neller bei einem Termin gestern mit. „Als Landrat“, so Denzler zum FT, „möchte ich mich im Bamberger OB-Wahlkampf möglichst neutral verhalten“. Peter Neller, den wir zu dem Vorfall befragt haben, wies die Vorwürfe seines Parteifreundes zurück. Das Foto sei am Rande eines Termins aufgenommen worden.
Tja, Herr Neller kriegt einen Nackenschlag nach dem nächsten. Jetzt verweigern ihm schon seine Parteifreunde die Gefolgschaft… Einfach lächerlich. Das zeigt doch nur wieder die tiefe innere Zerstrittenheit der CSU in Bamberg.
Na, wenigstens hat dich heute jemand per Leserbrief verteidigt, Jan:
“Die Sache mit der Zwiebel macht durchaus Sinn
Zum FT-Bericht „ Schokoladenseiten am Laternenpfahl“ vom 16. FebruarDr. Jan Schmidt, stellv. Leiter der Forschungsstelle Neue Kommunikationsmedien an der Universität Bamberg, wurde in dem Artikel zu den Unterschieden der jeweiligen Plakatstrategien der OB-KandidatInnen befragt. Die darin dem Experten in den Mund gelegte Behauptung, er halte die Wahlplakate von Ursula Sowa und Norbert Tscherner für „eher unspektakulär“ hat dieser mittlerweile auf seiner Homepage (http://www.bamberg-gewinnt. de/wordpress/) richtiggestellt: „Das Plakat von Ursula Sowa finde ich so recht gar nicht unbedingt ‘unspektakulär’, sondern vielmehr interessant, weil sie darauf mit einer Bamberger Zwiebel zu sehen ist. Man erkennt das eigentlich nur, wenn man davor steht und näher hinschaut, dann stutzt man aber schon etwas und denkt sich ‘Was macht die Zwiebel auf dem Bild?’ - die zieht sich übrigens quer durch ihre Kampagne, siehe auch das Bild auf der Homepage.“ – Hier wurde nicht einfach an der Aussage von Jan Schmidt gekürzt, sondern sie wurde verdreht abgedruckt.
Lisa Badum
Markusplatz 1
96047 Bamberg”
Ähm, heute ist nicht mein Tag. Dieser Beitrag ist in den falschen Thread gerutscht. Kannst du das verschieben, Jan? Geht das bei Wordpress?
Wieso, Conny, der Kommentar passt doch hier?
Ach Jan, irgendwie finde ich den Seitenaufbau dieser Blogs wirklich unübersichtlich *jammer, jammer* (wahrscheinlich bin ich schon zu alt für so was…
:D :D)
Ja, war doch der obere Teil dieses Threads, auf den ich mich bezogen habe. Irgendwie hat mich die Denzler-Geschichte dann wieder aus der Bahn geworfen… Naja. Ignorieren wir’s halt. Aber so kriegst du auch dein Blog voll.