Soziologie in den Massenmedien

Posted on Mittwoch 1 März 2006

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Ragnar Heil [1, 2] hat vor einigen Tagen das Weblog "Soziologie und ihre öffentliche Aufmerksamkeit" gestartet, in dem er auf Artikel und Interviews von Soziologen in den Massenmedien verweist.

Der Soziologie als Fach wird ja gelegentlich vorgeworfen, ihre Erkenntnisse nicht ausreichend an die Gesellschaft zu vermitteln - hinter einem solchen Vorwurf steckt der Wunsch, von der Sozialwissenschaft Aufklärung über den momentanen Zustand unserer (Welt-)Gesellschaft, Orientierung und reflexive Kritik zu erhalten. Nur: Werden solche soziologischen Einlassungen dann überhaupt akzeptiert, oder wird der Soziologie nicht eher mit einer Mischung aus Ignoranz und Herablassung ("Laberfach") begegnet? Bevorzugt von Vertretern anderer ‘Leitwissenschaften’, wie den Naturwissenschaften, die sich als ‘harte’ Wissenschaften verstehen; oder auch von den Wirtschafts- und Rechtswissenschaften, die einen deutlich besseren Zugang zu gesellschaftlichen Schlüsselpositionen haben, die mit Macht verbunden sind. Insofern ist das Blog von Ragnar Heil ein ganz interessantes Projekt, das ich weiter verfolgen möchte.



  1.  
    März 1, 2006 | 5:29 pm
     

    lol; die Ethnologie kennt dieses Problem noch besser. Dagegen sind die Soziologen ja omnipräsent ;)

    Aber wir haben ja auch einen Blogger zu diesem Thema (”Ethnologie in den Medien”).

  2.  
    März 1, 2006 | 10:25 pm
     

    Als diplomierte Labertasche (Diplom-Soziologin universitatis) kann ich nur sagen, dass wir Soziologen und allgemein die sogenannten Geistes- und Sozialwissenschaftler ein “wir stolpern regelmäßig über uns selbst”-Phänomen an den Tag legen. Ein bisschen mehr Selbstbewusstsein gegenüber den ach so harten Naturwissenschaften täte uns gut. Wieviele gesicherte Erkenntnisse der NW sind denn nicht schon zu unseren Lebenszeiten revidiert worden?
    Vive la Sociologie.

  3.  
    März 1, 2006 | 11:02 pm
     

    “Soziologie und ihre …

    lautet der Titel eines Weblogs, das sich der Rezeption soziologischer Erkenntnisse in den Medien widmen m…

  4.  
    Andrea
    März 2, 2006 | 12:03 pm
     

    Rika kann ich vorbehaltlos zustimmen. Wenn ich bedenke, dass 90 % der Themen, die in den Medien aufbereitet werden höchst soziologisch sind, ist die Relevanz des Faches, wie auch der dazu gehörigen Wissenschaftler, wohl nicht leugbar. Der Stein, der uns im Weg liegt (auch in der freien Wirtschaft) heißt: Logischer Menschenverstand. Viel zu viele Leute glauben, kein Studium zu brauchen, um die GEsellschaft wie sie ist, zu verstehen. Die Methoden und historisch gewachsenen Denkrichtungen werden dabei komplett ignoriert.
    Typischer Beispiel-Satz: ” Das ist jawohl logisch das ärmere Leute sich nicht so gut in die Gesellschaft einfinden können”.

    Leider merken nur die Hobby-Soziologen kaum, wenn Personen wie Erwin Huber (unsere CSU Ikone) so einen Quatsch verzapfen wie “Integration führt zu Segregation”…
    Bullshit Bingo?!
    Da muss wohl mal ein Soziologe ran…

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