Die Sandstraße mausert sich

Posted on Dienstag 2 Mai 2006

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Eine der wichtigen Aufgaben des neuen Bamberger Oberbürgermeisters Andreas Starke (der heute übrigens offiziell sein Amt angetreten hat) wird sein, die Probleme des Sandgebiets anzupacken. Unterhalb des Dombergs gelegen, ist dieses Viertel (in dem ich auch wohne) einerseits ein wunderschönes Stück historischer Altstadt, mit verwinkelten Gäßchen und vielen denkmalgeschützten Häusern, andererseits vom Durchgangsverkehr und einer teilweise etwas ranzigen Kneipenlandschaft geplagt: Am Tag kommt man vor lauter Stau oft auch als Fahrradfahrer kaum durch, in der Nacht darf man den Revierkämpfen und Brunftritualen betrunkener Jugendlicher und Ami-GIs lauschen.

Trotzdem wohne ich hier sehr gerne, und bin damit nicht allein: In den letzten Jahren hat eine sehr engagierte Gruppe von Anwohnern begonnen, die Lebensqualität im Sandgebiet zu verbessern und über eine Kombination von viel ehrenamtlichem Engagement und Anträgen an den Stadtrat etwas für ihre Nachbarschaft zu bewegen. Der Einsatz zeigt erste Früchte: Im März wurde das Sandgebiet in die Reihe der Modellprojekte aufgenommen, die im Rahmen des Programms "Leben findet Innenstadt" von der Bayerischen Staatsregierung für zwei Jahre gefördert werden (Details z.b. hier und hier). Als erster Schritt wird ein/e Straßenmanager/in eingestellt werden, um das Engagement zu unterstützen und zu verstetigen.

Dreh- und Angelpunkt einer Aufwertung des Sandgebiets ist die Verkehrssituation, denn solange die Sandstraße als Durchgangsstraße fungiert, wird es schwer werden, eine Aufwertung von Handel und Gastronomie zu erreichen und die öffentlichen Räume menschenfreundlicher zu gestalten. Das letzte Wort liegt hier bei Stadtrat und neuem OB, aber inzwischen tut sich auch "von unten" etwas: Allein in meiner unmittelbaren Umgebung sind im Moment drei Veränderungen in der Nutzung zu beobachten: Der Stilbruch hat am 1.Mai den "Sandkasten" eröffnet, ein kleiner Spezialitätenladen mit Stehcafe; im ehemaligen "Holzwurm" (einer wirklich üblen Spelunke) wird gerade renoviert, um im Juli eine Cocktailbar zu eröffnen, und dann schließt auch noch das "Fachgeschäft für Ehehygiene" (jahaa, so heißen die Sexshops im Schatten des Doms) seine Pforten….  Mal sehen, was die nächsten Monate noch alles bringen!

sandkasten.jpg 

Sandkasten: Der hat sich schon gemausert

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Holzwurm: Der mausert sich gerade

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Fachgeschäft für Ehehygiene: Wird sich wohl noch mausern



  1.  
    Tina
    Mai 4, 2006 | 6:27 pm
     

    Ich finde, Bamberg hat sich in der Zeit, in der ich die Stadt kennen gelernt habe, ganz ordentlich gemausert, sichtbar z.B. an der Vielzahl von Hotels und Gaststätten der vornehmeren Kategorie, die sich angesiedelt haben - allerdings ist mein Eindruck, dass die Sandstraße Anfang der 90er mehr Zentrum war und sich das Zentrum dann mehr Richtung Lange Straße & Fußgängerzone verlagert hat. Vielleicht expandiert das Stadtzentrum jetzt wieder zurück Richtung Sandstraße ? ;-)

  2.  
    Juli 21, 2006 | 8:14 pm
     

    […] Im Mai hatte ich ja schon mal drüber geschrieben, dass sich in meiner Nachbarschaft einiges tut. Nach langen Umbau- und Renovierungsarbeiten hat gestern nun die Cocktail-Bar “Soda” eröffnet, die die Kneipenlandschaft im Sand weiter aufwertet. Nach der Vorgängerspelunke ‘Holzwurm’ konnte es eigentlich nur aufwärts gehen, aber das “Soda” ist wirklich schön geworden (auch wenn ich keine Cocktails mag). Aktionen wie die Beteiligung des Sandgebiets bei “Bamberg Zaubert” tun ein übriges, dass mehr Flair in unser Viertel kommt - sehr fein! […]

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