Salzburger Konferenz: W-Blogging

Posted on Mittwoch 17 Mai 2006

Achtung - das Bamblog wird seit Mitte Oktober 2007 nicht mehr aktualisiert. Bitte besuchen Sie mein neues Weblog unter http://www.schmidtmitdete.de. Danke! - Please note that this blog is no longer active. You can find my new blog at http://www.schmidtmitdete.de. Thanks for visiting!

Kommende Woche findet in Salzburg die Tagung "Social Skills durch Social Software" statt, bei der eine ganze Reihe von sehr interessanten Personen zu verschiedenen Aspekten von Social Software sprechen werden. Martin Röll wird da sein, genauso wie Thomas N. Burg, Katharina Borchert von Lyssas Lounge oder Ingrid Reichmayr. Ich bin mit einem Vortrag angekündigt zum Thema "Wer nutzt Weblogs für kollaborative Lern- und Wissenprozesse? Ergebnisse der Weblogbefragung ‘Wie ich blogge?!’ 2005."´ Aber wie das Leben manchmal so spielt: Mir ist ein beruflicher Termin in Berlin dazwischen gekommen, der etwas wichtiger ist, weil er (möglicherweise) weit reichende Folgen hat. Mehr will ich im Moment nicht verraten - aber schweren Herzens habe ich den Salzburger Organisatoren abgesagt… Schade schade, ich wäre sehr gerne dabei gewesen.

Unsere Forschungsstelle wird aber trotzdem in Salzburg vertreten sein, denn netterweise hat sich mein Kollege Florian Mayer bereit erklärt, für mich einzuspringen und den Vortrag zu halten. Florian beschäftigt sich vor allem mit Wikis und wird in den nächsten Wochen ein eigenes Forschungsprojekt an der FoNK zu diesem Thema beginnen. Für den Vortrag haben wir uns die "Wie ich blogge?!"-Umfrage nochmal vorgeknöpft und untersucht, welche Merkmale diejenigen Personen auszeichnen, die ihr Weblog (auch) aus dem Motiv heraus führen, ihr Wissen mit anderen zu teilen. Die Ergebnisse sind in einem Arbeitspapier zusammengefasst, das die Grundlage für die Präsentation darstellt und nach der Tagung in der Reihe "Berichte der Forschungsstelle ‘Neue Kommunikationsmedien’" veröffentlicht werden wird (sowie wohl auch auf der Homepage der Tagung bereitstehen wird). Hier der Abstract:

Weblogs werden zunehmend in formellen und informellen Lernszenarien erprobt, in denen sie zwei Aspekte des Umgangs mit Wissen verbinden, nämlich die Kodifizierung und Personalisierung von Informationen. Das vorliegende Arbeitspapier stellt ausgewählte Ergebnisse einer breit angelegten Studie zu Weblogs im deutschsprachigen Raum vor. Im Mittelpunkt der Auswertung stehen die „W-Blogger“, also diejenigen Personen, die ihr Weblog führen, um Wissen mit anderen zu teilen. Diese Gruppe umfasst etwa ein Drittel aller Befragten; der typische W-Blogger ist männlich, formal höher gebildet, in Arbeit, 20 bis 40 Jahre alt und in höherem Maße technik-affin als andere Blogger. Wie andere Praktiken des Bloggens auch, umfasst das „W-Blogging“ Aspekte des Identitäts-, des Beziehungs- und des Informationsmanagements.
Einige Besonderheiten lassen sich aus den Umfragedaten ablesen: Selbstdarstellung und Identitätsmanagement leisten die W-Blogger durch einige spezifische Publikationsroutinen - so dominieren kommentierte Verweise auf andere Online-Quellen gegenüber eher episodenhaften Texten und anderen Inhalten. W-Blogger legen auch in stärkerem Maße als übrige Gruppen Hinweise auf ihre Identität offen. Diese Personalisierung der Informationen erleichtert den Lesern die Kontextualisierung der veröffentlichen Texte. In Bezug auf das Beziehungsmanagement unterscheiden sich W-Blogger weniger in Anteil und Anzahl der Kommentare, sondern vor allem in Umfang und Ausrichtung ihrer Blogroll, in der auf andere thematisch einschlägige und regelmäßig gelesene Weblogs verwiesen wird. Die stärksten Unterschiede zeigen sich schließlich beim Informationsmanagement: W-Blogger haben ein größeres Repertoire an Informationsquellen und bedienen sich in stärkerem Maße der RSS-Technologie, um sich über Aktualisierungen auf dem Laufenden zu halten. Ähnlich wie für andere Blogger-Typen gilt auch für die W-Blogger, dass sich ihre soziale Beziehungen im Verlauf der eigenen „Blogger-Karriere“ erweitern und stabilisieren – solche weblogbasierten sozialen Netzwerke stellen dem Einzelnen Sozialkapital zur Verfügung, das für erfolgreiche Lern- und Wissensprozesse mobilisiert werden kann.



  1.  
    Mai 17, 2006 | 11:49 pm
     

    Hallo Jan,

    wenn du in Berlin bist, kannst du ja gerne mal bei uns vorbei schauen :-)
    Ich wollte mich eh noch mal bei dir melden. Mail folgt morgen!

    Viele Grüße, Meike

  2.  
    Mai 18, 2006 | 9:32 am
     

    Hallo Jan,
    schade, dachte wir würden uns treffen in Salzburg.Dann gibt es nämlich neue Thesen zur Google-Gesellschaft. Aber dann emnächst in Berlin.

    Gruß
    Kai

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