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Letzte Woche fand in Salzburg die Tagung “Social Skills durch Social Software” statt. Ich war als Referent vorgesehen, musste dann aber wegen eines anderen Termins absagen. Mein Kollege Florian L. Mayer hat mich netterweise vertreten und einen Vortrag über “Wissensblogger” gehalten. Einige Eindrücke von der Konferenz finden sich z.B. bei Martin Röll, Jürgen Hösch sowie in einem Wiki, das begleitend zur Tagung gefüllt wurde (hier bspw. der Eintrag zu unserem Vortrag).
Florian und ich haben vor der Konferenz den Vortrag zu einem Working Paper ausformuliert, das in der Reihe “Berichte der Forschungsstelle Neue Kommunikationsmedien” veröffentlicht ist:
Schmidt, Jan / Florian Mayer (2006): Wer nutzt Weblogs für kollaborative Lern- und Wissensprozesse? Ergebnisse der Befragung ‘Wie ich blogge?!’ 2005. Berichte der Forschungsstelle „Neue Kommunikationsmedien“, Nr. 06-02. Bamberg. Online verfügbar: http://www.fonk-bamberg.de/pdf/fonkbericht0602.pdf.
Hier der Abstract:
Weblogs werden zunehmend in formellen und informellen Lernszenarien erprobt, in denen sie zwei Aspekte des Umgangs mit Wissen verbinden, nämlich die Kodifizierung und Personalisierung von Informationen. Das vorliegende Arbeitspapier stellt ausgewählte Ergebnisse einer breit angelegten Studie zu Weblogs im deutschsprachigen Raum vor. Im Mittelpunkt der Auswertung stehen die „W-Blogger“, also diejenigen Personen, die ihr Weblog führen, um Wissen mit anderen zu teilen. Diese Gruppe umfasst etwa ein Drittel
aller Befragten; der typische W-Blogger ist männlich, formal höher gebildet, in Arbeit, 20 bis 40 Jahre alt und in höherem Maße technik-affin als andere Blogger. Wie andere Praktiken des Bloggens auch, umfasst das „W-Blogging“ Aspekte des Identitäts-, des Beziehungs- und des Informationsmanagements.
Einige Besonderheiten lassen sich aus den Umfragedaten ablesen: Selbstdarstellung und Identitätsmanagement leisten die W-Blogger durch einige spezifische Publikationsroutinen - so dominieren kommentierte Verweise auf andere Online-Quellen gegenüber eher episodenhaften Texten und anderen Inhalten. W-Blogger legen auch in stärkerem Maße als übrige Gruppen Hinweise auf ihre Identität offen. Diese Personalisierung der Informationen erleichtert den Lesern die Kontextualisierung der veröffentlichen Texte. In Bezug auf das
Beziehungsmanagement unterscheiden sich W-Blogger weniger in Anteil und Anzahl der Kommentare, sondern vor allem in Umfang und Ausrichtung ihrer Blogroll, in der auf andere thematisch einschlägige und regelmäßig gelesene Weblogs verwiesen wird. Die stärksten Unterschiede zeigen sich schließlich beim Informationsmanagement: W-Blogger haben ein größeres Repertoire an Informationsquellen und bedienen sich in stärkerem Maße der RSS-Technologie, um sich über Aktualisierungen auf dem Laufenden zu halten. Ähnlich
wie für andere Blogger-Typen gilt auch für die W-Blogger, dass sich ihre soziale Beziehungen im Verlauf der eigenen „Blogger-Karriere“ erweitern und stabilisieren – solche weblogbasierten sozialen Netzwerke stellen dem Einzelnen Sozialkapital zur Verfügung, das für erfolgreiche Lern- und Wissensprozesse mobilisiert werden kann.
[…] Als besonders lesenswert zu empfehlen sind auch wieder Verweise zu aktuellen Blog-Themen von Jan: Zum einen auf eine Untersuchung an der Uni Bochum, die sich damit befasst, ob Frauen anders bloggen, zum anderen auf das eigene Paper, das sich mit sog. W-Bloggern auseinandersetzt. Für Fußballfans hat er noch den Verweis auf www.Fussballkonflikte.de auf Lager, dieses Gemeinschaftsprojekt einiger Politikseiten beschäftigt sich damit, die politische Konfliktsituation zwischen WM-Kontrahenten zu veranschaulichen. […]
Themen- und Teamblogging gehört auch zu meinen bewährten Aktivitäten. Da kann ich dass hier gesagte nur bestätigen.