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Vor etwa zwei Wochen hatte ich ein längeres Telefonat mit Jürgen Schickinger, der für einen Artikel der Badischen Zeitung zu Networking-Portalen recherchiert hat. Wir haben uns recht angeregt darüber unterhalten, warum Menschen persönliche Informationen im Internet veröffentlichen und welche Veränderungen das auf unsere Vorstellung von Privatsphäre hat (siehe in diesem Zusammenhang auch die Diskussion bei Martin Röll); mir kam es insbesondere darauf an deutlich zu machen, dass das selektive Offenlegen von Persönlichem ganz unterschiedliche Zwecke haben kann und nicht einseitig als ‘Online-Exhibitionismus’ o.ä. gewertet werden kann. Für ähnlich wichtig halte ich es aber auch, die Verschiebungen zwischen Öffentlichkeit und Privatsphäre und ihre Konsequenzen zu beachten. Auch wenn Martin möglicherweise vehement widersprechen wird: Die Persistenz und relativ leichte Durchsuchbarkeit/Aggregierbarkeit von online verfügbaren Informationen kann in manchen Fällen negative Konsequenzen haben. Dafür ist nicht die Technologie/Software verantwortlich, sondern es ist eine Frage unseres Umgangs mit den technisch bereit gestellten Möglichkeiten - ich meine, dass hierzu neue Nutzungskompetenzen nötig sind (ich zitier mich mal selbst aus einem Kommentar bei Martin), bspw.
- einschätzen zu können, dass und wo ich Informationen von mir preisgebe und wie öffentlich diese sind;
- zu wissen, wie und wo ich sinnvollerweise Grenzen ziehe (viele Blogger haben ja bspw. zumindest implizit-unreflektierte Routinen, welche persönlichen Informationen sie teilen);
- auch die Konsequenzen des eigenen Tuns in Bezug auf die Privatsphäre anderer einzuschätzen; was nützt es mir, wenn ich keine Bilder oder Daten von mir veröffentliche, aber jemand anderes macht es, auch wenn es nicht in böser Absicht geschieht?
Inzwischen ist der Artikel in der Badischen Zeitung erschienen; mein Trierer Kollege Steffen Büffel, der auch zu Wort kommt, hat den Text netterweise gescannt [Update: Da nur eine mündliche, aber keine schriftliche Freigabe vorliegt, hat Steffen den Scan wieder rausgenommen].
Wir sind uns völlig einig, dass das Veröffentlichen persönlicher Daten negative Konsequenzen haben kann. Vielleicht arbeiten wir mal in einem längeren Gespräch die Kriterien dafür heraus, dass das passiert (und schreiben dann einen Artikel darüber).
[…] “Persönliches im Netz“ […]