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Mit meinen studentischen Mitarbeitern habe ich heute über die Auswertung der “Wie ich blogge?!”-Nachbefragung gesprochen; wir setzen alles daran, bis Ende September das Arbeitspapier mit den grundlegenden Ergebnissen zu veröffentlichen.
Einen ersten Vorgucker kann ich mir aber nicht verkneifen: Anders als noch in der ersten Befragung haben wir diesmal die Teilnehmer auch gefragt, an welchen Themen sie als Leser von Blogs interessiert sind (und dabei eine Liste mit 16 Themen sowie eine offene Kategorie vorgegeben). Davon ausgehend hat uns dann interessiert, welche Erwartungen sie an Blogs stellen, die solche Themen behandeln. Wir haben dazu eine Reihe von semantischen Differentialen erstellt, also von Gegensatzpaaren, zwischen denen sich die Befragten jeweils positionieren sollten. Dabei sind sehr interessante Ergebnisse herausgekommen - hier mal die Grafiken für das Gegensatzpaar “unterhaltsam - sachlich” und das Gegensatzpaar “Schwerpunkt auf Texten der Autoren - Schwerpunkt auf Kommentaren der Leser”; in den Zeilen finden sich die einzelnen Themen (”Neuigkeiten” meint dabei “Neuigkeiten und Ankündigungen aus Unternehmen”, das korrigieren wir in den späteren Fassungen noch). [1]

Ohne hier jetzt schon ins Detail der Beschreibung und Interpretation zu gehen, erkennt man m.E. ganz interessante Dinge:
- Die Mittelwerte streuen beim oberen Diagramm deutlich geringer als beim unteren, was darauf hindeutet, dass die Erwartungen an Blogs (gleich welchen Themas) in Bezug auf den Schwerpunkt der publizierten Inhalte relativ ähnlich sind: Von Blogs wird erwartet, dass vor allem die Texte des/der Autoren im Mittelpunkt stehen, weniger die Diskussionen der Leser untereinander. Das ist nun wahrlich keine revolutionäre Erkenntnis, aber es verdeutlicht empirisch, dass in Weblogs die Präsentation der eigenen Person und Interessen im Vordergrund steht. Auffällig auch, dass selbst bei einem Thema wie Politik der Schwerpunkt der Erwartungen auf dem Autoren liegt, und nicht auf den Diskussionen zwischen Lesern - ein Hinweis darauf, dass Prof. Leggewie doch recht hat?
- In der zweiten Grafik sind die Erwartungen hinsichlich des Spektrums “Unterhaltsam - Sachlich” dargestellt, die in sehr viel stärkerem Maße streuen. Mehrheitlich steht die Erwartung im Vordergrund, unterhaltsame Beiträge zu den jeweils abgefragten Themen zu lesen; besonders deutlich beim Thema “humorvolle Beiträge” (wie zu erwarten war… [2]), aber auch bei erotischen Themen oder Blogs mit persönlichen Erlebnissen, Episoden und Anekdoten. Dem steht eine Gruppe von Themen entgegen, bei denen die Leser eher eine sachliche Auseinandersetzung erwarten: Wirtschaft und Finanzen, Politik, Wissenschaft, Computer und IT sowie Neuigkeiten aus Unternehmen
Leggewie hat da grundsätzlich schon recht, aber seine Sichtweise ist eben verkürzt, da er in der Regel nur das singuläre Weblog betrachtet und nciht das Netzwerk, in das ein Weblog per Hyperlinks und damit aber auch sozialer und diskursiver Links eingebunden ist. Mein Posting zu Meinungspublizistik sagt ja im Prinzip ähnlcihes wie Leggewie aber eben mit der Erweiterung auf die Netzwerksicht. Ich würde sogar behaupten, Blogs müssen personenzentriert und meinungsbetont sein, damit diskursive Strukturen überhaupt erst entstehen können. Nur da wo eine identifzierbare (= einer Person zuordnenbare Meinung) vorzufinden ist entshet die Reibungsfläche die gebarucht wird, um über haupt ein “Disku(r)ssionsfeuer” zu entfachen.
Semantische Differentiale…
Mein bisheriges Lieblings-Weblog ist mir in letzter Zeit doch ein bisschen zu infantil geworden. Ich konnte dem Daddelkram sowieso noch nie viel abgewinnen. Vielleicht gebe ich jetzt sogar mein ILBTR-Shirt zurück, wenn das so weiter geht - ach nee, war…