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In den regelmäßigen Updates von Technorati zum “state of the blogosphere” (gerade ist der aktuelle Beitrag für Oktober 2006 erschienen, ich habe ihn aber noch nicht gründlich gelesen) ist immer eine Grafik enthalten, die Weblogs und die Online-Auftritte klassischer Massenmedien anhand der Anzahl von Links aus der Blogosphäre zueinander in Beziehung setzt. Es dominieren eine Reihe von MSM(Mainstream Media)-Angeboten wie der New York Times oder CNN, aber auch Yahoo News oder Google News sind meist sehr weit oben zu finden. Unter den Top50 sind derzeit aber auch drei Weblogs zu finden: Engadget, Boing Boing und ein chinesisches Blog. Je nach Perspektive kann man diese Verteilung nun als Beleg für die andauernde Bedeutung massenmedialer Angebote zur Filterung von Aufmerksamkeit interpretieren, oder herausstellen, dass es Weblogs gibt, die deutlich mehr Aufmerksamkeit (hier wie gesagt gemessen durch die Anzahl von Verweisen anderer Weblogs auf eine bestimmte Seite) erhalten als eine Vielzahl von klassischen journalistischen Publikationen.
Dank der tollen Arbeit von Jens Schröder, der schon seit fast einem Jahr die deutschen Blogscharts führt und dazu die technorati-Daten aufbereitet (eine mühsame, weil teilweise nur händisch zu erledigende Prozedur), können wir nun erstmals eine ähnliche Grafik für den deutschsprachigen Raum erstellen. Er bietet nämlich seit neuestem nicht nur die Top100 Blogs, sondern auch die Top40 der meistverlinkten publizistischen Webseiten an [danke an Robert Basic für den Hinweis]. Ich habe jetzt einfach mal die beiden Tabellen in eine gepackt und die Top 40 visualisiert: Auf den ersten Plätzen sind (nach der Wikipedia) klassisch journalistische Angebote zu finden, darunter SPIEGEL, Heise und die ZEIT. Auf Rang 8 steht das BildBlog (zwischen welt.de und stern.de), auf #16 Spreeblick (immerhin vor ZDF.de), und es sind noch fünf weitere Blogs (Basic Thinking, Ehrensenf, Law blog, der Shopblogger und wirres.net) unter den ersten vierzig Angeboten zu finden. Ein ganz interessanter Befund; ich werde mir die Rangfolgen demnächst nochmal etwas genauer anschauen und versuchen, einen Vergleich zu den USA zu ziehen.
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[…] Jan Schmidt hat anhand der “Deutschen Blogcharts” und deren neuen Kategorie “Top 40 Medien” verglichen, wie viele Seiten auf Blogs und wie viele auf traditionelle Websites verweisen. Der Gewinner liegt jedoch jenseits dieser beiden Kategorien: Wikipedia. […]
[…] Jan hat auf seinem Bamblog die deutschen Blogcharts mit den neuerdings dort ausgewerteten Mediencharts verknüpft. Betrachtet werden dabei ausgehende Links von Blogs und es wird dabei unterschieden, ob sie auf Medienseiten oder auf Blogseiten verlinken. Nico Lumma hatte btw anno 2003 auch solche Grafiken auf Basis von Blogstats.de erstellt. Wie man sieht, rangiert das Bildblog an 8. Stelle der von Blogs meistverlinkten Webseiten, kurz hinter Welt.de und FAZ.Net, aber noch vor Tagesschau.de, Stern.de und der Netzeitung. Erstaunlich! Mein Blog steht an 24. Stelle und befindet sich nach NZZ und WDR.de, aber noch vor Finanzen.net, Presseportal und ntv. […]
Inwieweit ist Spiegel Online ein “klassisches Medium” und Bildblog nicht?
@Torsten: Ich hab das grad auch schon bei Robert Basic kommentiert, Deine Frage/Einwand ist natürlich berechtigt.
Ich habe mich erstmal nur auf die Einteilung gestützt, die Jens Schröder in den Blogcharts vornimmt. Die ist in der Tat etwas schwammig (btw überhaupt kein Vorwurf an Jens); die Wikipedia fällt ja auf Seiten der “Medien” aus der Reihe, wobei man beim Bildblog auch argumentieren könnte, dass es kein richtiges Weblog sei. Die übrigen Angebote unter “Medien” haben am ehesten wohl die Gemeinsamkeit, von professionell ausgebildeten Journalisten im Rahmen von publizistischen Angeboten erstellt zu werden, die größtenteils zumindest von der “Marke” her auch aus der Offline-Welt bekannt sind. Aber völlig trennscharf ist diese Definition wohl auch nicht, und problematisch würde es beispielsweise auch, “Indiskretion Ehrensache” einzuordnen: Von einem professionellen Journalisten innerhalb des Angebots des Handelsblattes publiziert - aber trotzdem zur Blogosphäre gehörend.
Das eigentlich Interessante an der Visualisierung ist für mich, dass sie das Überlappen von “klassischen” und “neuen” Öffentlichkeiten deutlich macht, viel mehr würde ich da erstmal gar nicht reininterpretieren.
Ganz sicher fällt der Bildblog mit unter die klassischen Medien, die Seite benutzt halt nur eine andere Technik als die Konkurrenz….