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Bei den Blogpiloten hat Dr. Frank Huber einen Gastbeitrag verfasst, der einige der Probleme, die ich mit dem Web 2.0-Hype habe, besonders exemplarisch ausdrückt. Vielleicht mal am besten den Text dort lesen, die folgenden Bemerkungen von mir habe ich dort auch als Kommentar hinterlassen.
“Über Blogs spricht keiner der Visionäre mehr - kommerziell sind sie ein Witz und in ihrer heutigen Struktur haben sie Kindergartenniveau. Echte Pro-Blogger müssten sich erst mal mit journalistischen Darstellungsformen und -techniken vertraut machen, um auf hohem Niveau kreativ Inhalte anzubieten, die sie zur Marke machen (siehe Huffington Post). Alles andere ist Hobby-Bloggen.”
Diese Einschätzung zeugt von einer leider weit verbreiteten elitären Sichtweise auf die Phänomene des neuen Netzes: Die Beiträge der Leute, die keinerlei kommerzielle Ambitionen haben und aus Spaß an der Freude bloggen, podcasten, Videos hochladen etc., werden abqualifiziert - aber gleichzeitig will man mit ihnen Geld verdienen, indem man ihnen Werbung unterjubelt, ihre Inhalte ohne Entgelt zweitverwertet oder ihre Daten verkauft.
“Hubert Burda bezahlt also die Party der anderen - so wie es er in München großzügigerweise gemacht hat. Dafür bin ich - und sind alle Gratis-Teilnehmer - ihm zu Dank verpflichtet.”
Jein. Ich war auch beim DLD, und ich habe kein Geld gezahlt - aber ich habe meine Aufmerksamkeit geschenkt, was in der heutigen Zeit möglicherweise ähnlich wertvoll ist wie Euros. Wenn ich Herrn Burda zu Dank verpflichtet bin, dann ist er genauso mir, Herrn Niggemeier, Herrn Schwenzel, Herrn Lobo, aber auch den anwesenden Journalisten, Venture Capitalists und Marketing-Menschen zu Dank verpflichtet, denn ohne uns hätte der DLD nicht stattgefunden. Herr Burda hat den DLD nicht organisieren lassen, weil er ein Altruist ist, sondern weil er sich selbst im Gespräch halten will und weil er mitbekommen möchte, welche Themen gerade im Gespräch sind.
Das bringt mich zu meinem letzten Punkt, nämlich zu den abfälligen Bemerkungen über “die Quotenpunks”, die Stefan Niggemeier oben [hier im Blogpiloten-Beitrag] zitiert und die mich schon beim ersten Lesen im Blog von Herrn Huber in Rage gebracht haben: Ich habe beim DLD sehr vermisst, dass die Menschen, um die es bei der Tagung eigentlich ging (der “gemeine Nutzer”), überhaupt nicht vertreten waren. Warum nicht ein Panel machen, in denen zumindest ein WOW-Gamer, ein D-List-Blogger, ein Youtube- oder Sevenload-nutzender Teenager sitzt? So war es eine Show von den kommerziellen Verwertern für die kommerziellen Verwerter. Dagegen ist prinzipiell nichts einzuwenden - aber dann bitte nicht wundern, wenn die Leute, von denen Sie alle reden, sich desinteressiert oder angewidert abwenden. Ihre Bemerkungen, Herr Huber, tun ein übriges.
PS: Kommentare sind in diesem Blog zur Zeit leider nicht möglich, bis der Umzug zum neuen Provider abgeschlossen ist. Am besten einfach bei den Blogpiloten kommentieren…
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