Augmented Social Networks

Posted on Sonntag 16 Mai 2004

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Beim Aufräumen meiner Diss-Kopien habe ich einen Artikel wiedergefunden, der letztes Jahr auf First Monday erschienen ist: "The Augmented Social Network: Building identity and trust into the next-generation Internet"
Im Kern geht es um eine Internet-Architektur, die es erleichtert, eine "Online-Identität" aufzubauen und diese auch zwischen verschiedenen Anwendungen oder Webseiten zu übertragen. Zur Zeit wird dies vor allem von Unternehmen vorangetrieben (wie z.B. Microsofts "Passport"-Projekt), doch neben kommerziell orientierten Beweggründen würden auch einige zivilgesellschaftliche Argumente für solche Lösungen sprechen. Bspw. könnten über Communities hinweg Personen mit ähnlichen Interessen oder Kenntnissen miteinander bekannt gemacht werden, um die Arbeit von Selbsthilfegruppen oder Nichtregierungsorganisationen zu fördern.
Ich bin noch nicht ganz durch den Artikel durch (v.a. weil ich nebenher Kloß mit Soß und zwei leckere Hübner-Bräu-Bier zu mir genommen habe), aber ein wichtiger Einwand scheint mir schon zu sein, dass alle Versuche, Identität online abzubilden, diese auf explizit formulierbare und zu formulierende Eigenschaften reduzieren: Als Nutzer muss ich angeben, welche Interessen ich habe, was ich kann und was ich weiß - aber warum sollte ich das tun? Und wie kann ich Dinge angeben, die mir selber gar nicht unbedingt bewußt sind, die also eher implizite Elemente meiner Identität sind? Möglicherweise bin ich durch meine Lektďż˝re verschiedener Artikel zu Diss-verwandten Themen inzwischen eine Art Experte im Bereich "lokalbezogene Online-Angebote" oder was auch immer - aber woher soll ich das wissen, und wie kann ich das jemals alles angeben?

[Update 09/2005: Was die Autoren nicht einbezogen haben, und was mir zum Zeitpunkt des Verfassens noch nicht so ganz klar war: Dass es zahlreiche Wege gibt, Aspekte der Online-Identität auch aus nicht-explizit gemachten Verhaltensspuren zu extrahieren…]



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