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Im Moment werte ich die Umfrage unter den Nutzern der studentischen Networking-Plattform pruefungsgeil.de aus, die im Rahmen meines DFG-Projekts durchgeführt wurde. Bis die vollständigen Ergebnisse publiziert werden, wird es sicher noch ein wenig dauern, aber einen Punkt will ich doch jetzt schon mal herausgreifen (zur befragten Gruppe siehe [1]):
Zunächst mal war ganz interessant zu sehen, dass vier Fünftel der Befragten (79,1%) auch studiVZ zumindest gelegentlich nutzen, nur 7 Prozent gaben an, das Angebot nicht zu kennen. Zum Vergleich: XING nutzen 26,5% der Befragten, lokalisten.de 17,7% und myspace 10,6%.
Als die Umfrage Anfang Dezember anlief, war die Debatte rund um studiVZ gerade in vollem Gange. Wir haben deswegen kurzfristig noch zwei Fragen dazu aufgenommen, um einen Eindruck zu bekommen, wie sich die Teilnehmer über dieses Thema informieren. Etwas mehr als die Hälfte der Befragten (57%) hatten zum Zeitpunkt der Umfrage von den Diskussionen rund um studiVZ gehört. Diese Gruppe (137 Personen) haben wir dann gefragt, a) wo sie zum ersten Mal von der Kritik an studiVZ gehört/gelesen hatten und b) über welche Quellen sie sich im Folgenden informiert haben. Sowohl für die erstmalige Kenntnis als auch für den Fortgang der Diskussion spielten Artikel bei SPON, Gespräche mit Freunden oder Bekannten und das studiVZ-Blog selbst die wichtigste Rolle, während andere Quellen vergleichsweise wenig genutzt wurden.

Daraus jetzt zu schließen, Weblogs hätten keine wichtige Rolle bei der Diskussion rund um studiVZ gespielt, wäre natürlich falsch - schließlich waren die Berichte dort ja der Anlass für die weitere Berichterstattung bei SPON und anderswo. Allerdings zeigt die Auswertung meines Erachtens, wie gering die direkte Aufmerksamkeit für die einzelnen Blogs ist, und dass deren Kritik eher indirekte Wirkung gezeigt hat, weil sie auf andere, stärker beachtete Informationsquellen “ausgestrahlt” hat.
[1] Prüfungsgeil ist eine Community, die vor allem von Studierenden der Uni Nürnberg genutzt wird. Sie hat im Moment ca. 25.000 registrierte Mitglieder, wobei die Anzahl der aktiven Nutzer deutlich geringer ist; etwa zwei Drittel haben beispielsweise weniger als zehn Logins aufzuweisen. An der Umfrage haben 307 Personen teilgenommen. Die Ergebnisse sind nicht repräsentativ für die deutschen Studierenden.
Gibt es schon einen ungefähren Termin, wann mit den Ergebnissen der Umfrage zu rechnen ist? Ich schreibe gerade meine Magisterarbeit über das Thema studiVZ und würde natürlich gerne einige Ergebnisse der Umfrage hierfür verwenden.
Mareike: Ich hoffe, dass wir das Working Paper im März noch veröffentlichen können - z studiVZ wird nicht sonderlich viel darin enthalten sein, aber als Vergleichswerte können unsere empirischen Ergebnisse evtl. ganz interessant sein.