Studie: Blognutzer “investigative Multiplikatoren”

Posted on Montag 12 Februar 2007

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Ansgar Zerfass und Janine Bogosyan haben eine Zusammenfassung der Ergebnisse ihrer Blogstudie veröffentlicht, die sie im Dezember 2006 in Kooperation mit ask.com durchgeführt haben (Bericht, Pressemitteilung). An verschiedenen Stellen werden ihre Befunde und Interpretationen bereits verlinkt und kommentiert, ich will auch kurz einige Bemerkungen loswerden.

Die Befragten (N=605) sind “Trendsetter und Heavy-User des Webs”, die das Internet sehr intensiv für Informations- und Kommunikationszwecke nutzen. Unter dieser Gruppe sind sowohl Kenntnis als auch Nutzung von Blogs relativ weit verbreitet (fast 90% kennen Blogs, fast 80% lesen Blogs, etwa ein Drittel führt aktiv ein Blog). Dies spiegelt die wachsende Verbreitung des Formats wider, die gerade im letzten Jahr durch eine verstärkte Berichterstattung zum Web 2.0 und verwandten Themen augenscheinlich nochmal einen richtigen Schub bekommen hat.

Die dominierenden Nutzungsmotive zeigen deutlich, dass Blogs für Informations- und Beziehungsmanagement eingesetzt werden. Jeweils mehr als die Hälfte der Befragten gibt an, dass Blogs eine Ergänzung zu anderen Informationsquellen sind: sie bieten Inhalte, die nicht in anderen Medien veröffentlicht werden (66,7%), bieten Erfahrungen, Tipps und Tricks (52,5%) und Hintergründe zu aktuellen Themen (52,3%). Etwa ein Viertel (23,4%) der befragten Nutzer (Autoren und Leser; 23,4%) halten über Blogs Kontakt zu Freunden und Bekannten (also pflegen bereits existierende Beziehungen), während etwa jeder Zehnte auch neue Leute kennen lernen möchte. Dabei sind bei den aktiven Bloggern Motive des Beziehungsmanagements stärker ausgeprägt als bei den reinen Lesern, während diese umgekehrt etwas stärker die Motive des Informationsmanagements betonen.

Sehr interessant finde ich auch den Ansatz, die verschiedene Motivbündel zu fünf Typen zu verdichten [1]. Demnach gibt es “Wissensdurstige”, “Aktive Konsumenten”, “Informationssucher, “Selbstdarsteller” und “Social Networker”. Die Autoren fassen diese Typen wiederum in der Diagnose zusammen: “Blognutzer sind mehrheitlich investigative Multiplikatoren”. Ich finde dies eine sehr interessante Charakterisierung von Bloggertypen, die ich in meinen weiteren Forschungen sicher auch beachten und überprüfen werde.

Spannend schließlich auch die Erkenntnis, dass die Kanzlerin bei der Frage nach möglichem prominenten Zuwachs für die Blogosphäre vorne liegt. Allerdings erzielt sie auch eine Mehrheit bei der Frage, von wem man KEIN Blog lesen will. Meine Antworten waren (glaub ich), dass ich gern ein Blog von Thomas Doll lesen will, aber keins von Angela Merkel.. :)

[1] Leider geht nicht ganz klar aus dem Bericht hervor, wie trennscharf bzw. überlappend die einzelnen Nutzertypen sind. Vielleicht wird in einer späteren Publikation die Konstruktion dieser Typen offen gelegt.



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