Drei Thesen zum Tagebuchblogging

Kommende Woche bin ich bei einem Workshop in Frankfurt, der sich dem Thema “Vom Tagebuch zum Weblog” widmet. Ich wurde gebeten, vorab einige Gedanken aufzuschreiben – ich setze meine drei Thesen zum “Tagebuch-Blogging” einfach auch mal in mein eigenes Blog; vielleicht hat ja der eine oder die andere noch Anregungen und Kommentare, die ich dann am Montag/Dienstag anbringen kann?

1) „Tagebuch-Blogs“ sind weit verbreitet – eine deutliche Mehrheit der Blogger/innen nennt diaristische Motive.

Weblogs sind relativ regelmäßig aktualisierte Webseiten mit rückwärts chronologisch angeordneten Bei­trägen, die in der Regel einzeln kommentiert werden können. Sie besitzen Vorläufer in anderen Genres der com­puter­vermittelten Kommunikation, namentlich (1) in den persönlichen Homepages, in den Men­schen ihre In­ter­essen, Kompetenzen o.ä. darstellen, (2) in Online-Tagebüchern, die persönliche Themen oder Er­leb­­nisse netzöffentlich reflektieren sowie (3) in kommentierten Linklisten, die auf empfehlenswerte oder the­­ma­­tisch einschlägige andere Webseiten verweisen, also als Filter dienen und Aufmerksamkeit kana­li­sieren.

Mit der wachsenden Verbreitung im Laufe der vergangenen Jahre haben sich zwar unterschiedliche Prakti­ken des Bloggens herausgebildet, doch empirischen Untersuchungen zu Folge dominieren Elemente des „Tagebuch-Bloggens“. Nimmt man die Nutzungsmotive „Ich blogge, um Gedanken und Erlebnisse für mich selbst festzuhalten“, „.. um mir Gefühle von der Seele zu schreiben“ sowie „… weil ich Spaß am Schrei­ben habe“ als Indikatoren für diese Praxis, ergibt sich für den deutschsprachigen Raum folgendes Bild:

  • 80 Prozent der Befragten nennen eines oder mehrere dieser Motive in Kombination mit anderen Gründen, und etwa fünf Prozent sogar nur eines oder mehrere der drei Motive. Anders gesagt: Nur etwa 15 Prozent nennen keines der diaristischen Motive als Beweggrund für ihr Bloggen.
  • Unter den Tagebuchbloggern sind Frauen sowie Teenager überrepräsentiert; unter den „reinen Tagebuchbloggern“ finden sich auch überproportional viele Personen über 50 Jahren.

tagebuchblogger

2) Die Selbstdarstellung/-reflektion in Weblogs erreicht bzw. bildet „persönliche Öffentlichkeiten“.

Weblogs erfüllen allgemein gesprochen drei Funktionen: Sie dienen als Mittel, Aspekte der eigenen Person mitzuteilen (Identitätsmanagement), darüber mit anderen Personen in Kontakt zu treten bzw. soziale Beziehungen aufrechtzuerhalten (Beziehungsmanagement) sowie in den entstehenden Öffentlichkeiten der Blogosphäre individuell relevante Informationen ausfindig zu machen (Informationsmanagement). Die Besonderheit von Öffentlichkeiten im Internet (und insbesondere im „Web 2.0“) ist die stark ausgeprägte Hierarchie: Eine kleine Gruppe von Angebote zieht hohe Aufmerksamkeit auf sich (die „A-List-Blogger“), während die überwiegende Zahl der Weblogs nur von vergleichsweise wenigen Menschen verfolgt wird, also im „long tail“ liegt. Dort entstehen „persönliche Öffentlichkeiten“, die nur eine geringe Reichweite (z.B. ge­messen an der Anzahl regelmäßiger Besucher oder eingehender Links) haben. Sie enthalten Informationen und Schilderungen, die in der Regel nur für solche Menschen relevant sind, die den/die Autor/in persönlich kennen. Tagebuchblogs unterliegen jedoch einer besonderen Spannung, weil sie privat-persönliche Inhalte öffent­lich zugänglich machen. Eine Strategie, damit umzugehen, ist das Schreiben unter Pseudonym oder in völliger Anonymität: Während unter allen Weblogs der Anteil der solcher Angebote bei etwa 30 Prozent liegt, machen sie unter den reinen Tagebuchbloggern fast die Hälfte aus.

3) Tagebuch-Blogs werden aus zwei Richtungen diskursiv abgewertet: Aus „klassischen“ Kommunikationsberufen sowie aus bestimmten Bereichen der Blogosphäre selbst.

Fester Bestandteil der öffentlichen Diskussion über Weblogs sind „Banalisierungsdiskurse“, wie sie sich beispielsweise in Aussagen wie „99 Prozent aller Weblogs sind Müll“ (Spiegel-Online-Chefredakteur Müller von Blumencron) oder „Weblogs sind die Klowände des Internet“ (Agentur-Chef Jean-Remy von Matt) zeigen. Begründet werden diese Thesen meist mit Verweisen auf journalhafte Weblogs, in denen aus Sicht des Journalismus, des Marketing oder der Öffentlichkeitsarbeit nur irrelevante, stark subjektiv gefärbte In­halte publiziert würden. Dabei handelt es sich um eine (mehr oder weniger strategisch eingesetzte) Reaktion auf den Anspruch bestimmter Kreise innerhalb der Blogosphäre, eine alternative (Gegen-)Öffentlichkeit bilden zu können – dieser Anspruch soll durch den Verweis auf die vielen Angebote mit geringer gesellschaftlicher (aber durchaus hoher persönlicher) Relevanz abgewehrt werden.

Aber die Banalisierung der Tagebuch-Blogs findet auch innerhalb der Blogosphäre statt, wo Ausdrücke wie „Strickblogs“, „Katzencontent“ oder „No one cares what you had for lunch“ geflügelte Begriffe sind, um auf vermeintlich unnütze Weblogs hinzuweisen. Damit werden aber genau jene Angebote (teilweise ironisch, teilweise ernsthaft) abgewertet, die wie oben gezeigt die Mehrheit der Weblogs ausmachen. Implizit enthalten diese Diskurse oft auch eine Abwertung der mehrheitlich von Frauen und Teenagern ausgeübten Praktiken des Bloggens, denen das stärker von Männern ausgebübte „relevante“ Bloggen gegenübergestellt wird.

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10 Antworten auf Drei Thesen zum Tagebuchblogging

  1. Tina sagt:

    Deine Thesen klingen sehr plausibel, bliebe noch der Blogmob hinzuzufügen …

  2. Mario Donick sagt:

    Schöne Zusammenfassung der Eindrücke, die ich auch ständig habe.

    Das persönliche “Internet-Tagebuch” gab es ja schon lange, schon zu Zeiten der persönlichen Homepage und da war gerade das Persönliche das, was von der Öffentlichkeit unter einem “Blog” (technisch damals noch im Anfangsstadium) verstanden wurde.

    Nicola Döring hatJahren Merkmale von privaten Internet-Tagebüchern genannt, und obwohl sich die Tagebuch-Szene mittlerweile zur Weblog-Szene gewandelt hat, haben ihre Beobachtungen IMO immer noch Gültigkeit. Während du im “Papier-Tagebuch” v.a. Archiv-, Reflexions-, Ventil- und Übungsfunktion findest, kommt im Internet die Sozialfunktion dazu und die ist verdammt wichtig:

    Denn wenn ich einen wehleidigen “Die-Welt-ist-so-gemein-zu-mir”-Eintrag schreibe, mag der zwar von den A-Bloggern und A-Blog-Fans als irrelevant abgetan werden, aber so lange da auch nur ein Leser drauf reagiert und ich mit meinem Schicksal somit nicht Egal bin, hat das Schreiben einen Sinn.

    Außerdem haben Blogs per se keinen gesellschaftlichen Auftrag. Sie sind das Papier, auf dem ich eine Zeitung drucken, ein Buch schreiben oder eben auch mein Tagebuch verfassen kann.

  3. lars sagt:

    Lieber Jan, ein paar Anmerkungen,

    Ich finde ja, dass sich gerade in den Tagebuch-formen des Internets die stets prekäre Situationdefintion des Öffentlichen und Privaten zeigt. Das ließe sich im übrigen auch in den Kommentaren nachvollziehen, in denen es doch häufig tatsächlich auch Auseinandersetzung darüber gibt, als was der Primärtext (also der eigentliche Post) zu verstehen ist. Nur eine Sammlung von subjektiven Gedanken / Phantasien oder tatsächlich so etwas wie eine mehr oder weniger intime Situation. Da müsste man dann schon schauen, wie worauf reagiert werden darf, um die Kommunikation nicht zu beenden, nutzt der Autor gegebenenfalls seine Zensurmöglichkeiten oder reagiert sogar mit Verweigerung weiteren contents… das könnte sehr wohl als Strategien der Sicherung von Privatssphären zu deuten sein. Anzunehmen ist auch, dass diese Strategien der Produktion einer personalisierten Öffentlichkeit nicht einfach an ein Ende kommen, wenn man eine “stimmige Lösung” gefunden hat, sondern durch neue Kommentar oder kommentatoren immer wieder der Möglichkeit ausgesetzt sind (z.B. durch trolls), dass diese Lösungen scheitern können.

    2. Zum Charakteristikum des Sozialen: Ich würde da Mario bzw. Döring nur bedingt zustimmen. Auch das klassische Tagebuch und ähnliche Formate (Briefe an die Natur, Brieffreundschaften, Haushaltsbriefe usw. besaßen doch einen genuin sozialen Charakter. Das liegt doch schon allein in der Verobjektivierung als Buch, Brief usw. Es wurde geschrieben, um von anderen gelesen zu werden. Beim klassischen Tagebuch ist das das temporalisierte Ich als Anderer in der Zukunft, oder die Nachkommen.
    Mit Mead könnte man ja die Unterscheidung von generalisiertem und signifikantem Anderen treffen und die Abmischungsverhältnisse bestimmen. Meine These wäre dann, dass das Tagebuch sich an einen signifikanten Anderen richtet (also an sich selbst als zukünftigen Anderen) und erst dann an generalisierte Andere (die Nachkommen, im Falle von Personen öffentlichen Interesses: die zukünftige Öffentlichkeit), während sich Weblogs (gerade weil sie eigentlich öffentlich zugänglich sind) vor allem an einen generalsierten Anderen (die Leserschaft) richtet, während dann erst im Lauf der Zeit diese Leserschaft möglicherweise zu signifikanten Anderen wird (über Netzwerkbildung mit identifizierbaren Anderen).

    3. Diese diskursive Abwertung wird im übrigen reziprok zurück gegeben. Sicher erinnerst Du Dich an die Diskussion bei Don Alphonso darüber, ob Weblogs ein legitimes Objekt von Sozialforschung sein dürften. Eine Weigerung, Objekt vor allem einer inhaltlichen Analyse zu werden (im Gegensatz zu vermassenden, anonymisierenden quantitativen Befragungen) ist ja auch so eine Strategie, privat nicht erkennbar zu werden. Wir hätten dann ein ganz eigenartiges Kräftefeld, in dem sich die Akteure des Banalisierungsdiskurses gegen die Akteure der Gegenöffentlichkeit wenden, indem sie die Tagebuchblogger abwerten (wie Du das beschreibst) – aber während die “Gegenöffentlichkeit zurück schießt, richtet sich die Aversion der Tagebuchblogger an die Sozialforschung, die sich selbst wahrscheinlich eher Vertreter einer Gegenöffentlichkeit oder zumindestens erweiterten Öffentlichkeit (im Sinne einer Wissenschaft mit anderen Mitteln und Feldern) betrachtet.

    Ich bin noch nicht ganz mit Deiner Dreigliederung des Managements zufrieden. Mir fehlt da noch was, kann es aber gerade nicht festmachen.

  4. lars sagt:

    Vielleicht ist es gerade der Begriff des Identitätsmanagements, wenn Du ihn nur auf Darstellung und Kommuniaktion von Aspekten begrenzt. Also ich würde es eher als Bearbeitung und Strukturierung von Selbst oder Identität betrachten. In den Tagebuchblogs wird doch gerade eine zeitliche Strukturierung der Identität vorgenommen. Im Gegensatz zum Tagebuch kann man aber auch zu einem späteren Zeitpunkt von einem anderen dazu gezwungen werden, sich mit alten Aspekten auseinanderzusetzen – das wäre dann diese eigenartige zeitlicher Dialektik von Daichronie und Uchronie, über die wir vor kurzem im Zusammenhang mit Deinem Alliterationspost diskutiert hatten. Also die Identität ist nicht nur das Objekt eines Management, sondern diese Medien sind tatsächlich Medien der Identitäts- und Selbstgeenerierung. D.h. es wird nicht nur ausgewählt, welche Aspekte dargestellt werden, sondern auch die Ausarbeitung dieser Aspekte. Aber ich habe das Gefühl, ich wiederhole mich und Du könntest es eben das ja auch mit Identitätsmanagement gemeint haben.

  5. Tina sagt:

    Frage – gibt es eine systematische sozialwissenschaftliche Erforschung des traditionellen Tagebuchs und seiner Bedeutung für persönliche Identität? In welcher Beziehung stehen die dortigen Ergebnisse Deinen Thesen zu Weblog-Tagebüchern in Bezug auf die Konstitution von Identität?

  6. lars sagt:

    @Tina: Es gibt natürlich vor allem Mentalitätengeschichtliche und literaturwissenschaftliche Forschung dazu. Alain Corbin, Roger Chartier und Jean Marie Goulement haben z.B. in der Geschichte des privaten Lebens Beiträge dazu veröffentlicht, aber auch Richard van Dülmen hat das gemacht. Dann hat Imbke Behnken etwas zur Sozialisation in Frauentagebüchern gemacht, da gab es sogar eine Forschergruppe dazu. Tagebücher werden in der Regel im Zusammenhang mt Selbstzeugnissen (also vor allem auch Autobiographien) ausgewertet. Peter Alheit hat im letzten Jahr etwas dazu herausgebracht. Man findet aber auch was bei Giddens in “Transformation of Intimacy” und in den Arbeiten des Soziologen Jean-Claude Kaufmann. Dann hat Jacques LeRider ein Buch zur “Tagebuchliteratur der Wiener Moderne” geschrieben und Gabriele Jancke eines zur Autobiographie als soziale Praxis im 15. und 16. Jahrhundert.

  7. Jan Schmidt sagt:

    Danke schon mal für die ganzen Anmerkungen – ich druck mir die Seite gerade aus und les mir alles im Zug nach Frankfurt genauer durch.. :)

  8. Mario Donick sagt:

    @Lars:

    “Beim klassischen Tagebuch ist das das temporalisierte Ich als Anderer in der Zukunft, oder die Nachkommen.”

    Das zukünftige Ich des Autoren hätte ich jetzt nicht unbedingt zu seinem sozialen Umfeld gerechnet, mit dem Kommunikation in gleicher Weise wie mit anderen Individuen möglich wäre. Viele Tagebuchautoren schreiben es auch auf und lesen später nur selten darin, sehen die Kommunikation des zukünftigen mit dem vergangenen Ich nicht unbedingt als Hauptziel des Schreiben.

    Eine Tagebuchautorin hat mir mal (in einer Umfrage 2001 zum Thema Internet-Tagebücher) geschrieben, sie würde selten in ihrem klassischen Papier-Tagebuch nachlesen, aber das Wissen, dass sie es KÖNNTE, würde sie beruhigen. Ähnliches kam von anderen Autoren. Das kommt Pierra Noras “Imperativ unserer Zeit” (nämlich Archive produzieren) sehr nahe: Man schreibt alles auf, egal was, denn WER WEISS, ob man es nicht irgendwann nochmal gebrauchen kann.

    Ich denke bei Tagebüchern allerdings auch oft an jugendliche Autoren und habe da vielleicht eine etwas enge Sichtweise. Das hängt wohl damit zusammen, dass ich ein wenig von therapeutischer Tagebuchforschung geprägt bin, die sich primär mit Jugendlichen beschäftigt – das hat zur Folge, dass ich Nachkommen als Zielgruppe für viele Leute erstmal ausschließen würde, obwohl das andernfalls durchaus der Fall sein mag.

  9. lars sagt:

    @Mario: Ich gebe Dir da völlig recht. Aber ich würde dennoch “das Soziale” nicht auf das “Umfeld konkreter Personen” reduzieren, sondern auch die Konstruktion des eigenen Selbst in solchen Medien der Selbstreflexion als sozialen prozess betrachten. Mead schrieb ja immer, dass man sich nur in der Form des Me zugänglich ist, also von einer Position der Zukunft aus das eigene Handeln einer mhr oder weniger kohärenten Person zurechnet. Dass man aber solche Zuschreibungsprozesse tätigen kann, bedarf einer Konstruktion des vergangenen Ego als Alter.Ob man dann tatsächlich später das Tagebuch nochmal ließt spielt gar keine so große Rolle – meinem Vater wurden allerdings mal eine ganzer reihe davon gestohlen, der empfindet das tatsächlich als eine Art Verlust von Vergangeheit – sondern der Akt des Tagebuchschreibens als solcher zielt ja schon auf eine gewisse Verstätigung als identifizierbare Person. Übrigens kann ich mir schlecht vorstellen, dass jemand seinen Text einfach runterschreibt und ihn nicht noch einmal satzweise überfliegt, bevor er das Tagebuch schließt, da hast Du schon eine gewisse Temporalisierung und Selbstbestätigung. Denn der Lesende ist schon nicht mehr der Schreibende. Ich habe allerdings, um vielleicht noch mal die Frage von Tina aufzugreifen, keine statische Konzeption von Identität, die – einmal ausgebildet – relativ stabil wäre (wahrscheinlich wäre das Auch nochmal eine Differenz zu Dir; die Therapie ist ja so ein Verstetigungsdiskurs der Person), sondern greife da zum einen auf die Arbeiten des symbolischen Interaktionismus zum Selbst zurück und zum anderen auf die Arbeiten von Foucault zu den Technologien des Selbst wie Beichten, Selbstbefragungen, Diäten, vestimentären Handeln, gouvernementale Selbstführungspraktiken usw. Die stellen ja alle auf ein Konzept der andauernden Selbsterzeugung und -bearbeitung ab.

  10. Irene sagt:

    Tagebuch, auch Tagebuch, kein Tagebuch?

    Anscheinend ist die Verdrängung oder Ablösung der Fotoblogs durch Flickr schon dermaßen selbstverständich, dass Fotoblogs in der Diskussion kein Thema mehr sind. Yahoo hat eine ganze Bloggattung verschluckt, und keiner hat es gemerkt…