Nochmal zur Qype-Abmahnung

Posted on Samstag 21 April 2007

Achtung - das Bamblog wird seit Mitte Oktober 2007 nicht mehr aktualisiert. Bitte besuchen Sie mein neues Weblog unter http://www.schmidtmitdete.de. Danke! - Please note that this blog is no longer active. You can find my new blog at http://www.schmidtmitdete.de. Thanks for visiting!

[Update: Wer sich die Trackback-Sendung anhören möchte - hier ist die .mp3-Datei, ich komme etwa ab Minute 52 dran].

Gerade war ich live bei “Trackback” auf Radio Fritz zugeschaltet; es ging in der heutigen Sendung nochmal um die Qype-Abmahnung und ich habe den Fall nochmal geschildert (ausführlicher im verlinkten Eintrag, aber auch etwas verklausuliert mit einer Eisdiele, um allen möglichen weiteren Problemen aus dem Weg zu gehen). Seit einigen Tagen ist die Sache von meiner Seite durch, und ich will kurz das Ergebnis schildern:

Auf Anraten meines Regensburger Anwalts Dr. Hölzl habe ich die Abmahnung akzeptiert, d.h. vor Einschaltung eines Gerichts eine Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung unterzeichnet, die zwei Punkte beinhaltet: Ich werde es in Zukunft unterlassen, das Geschäft des Klägers (insbesondere in Verbindung mit seinem Namen und seiner Strassenadresse, aber auch ganz generell) mit dem Geschäft von meinen Freunden in Verbindung zu bringen - das war der Fehler, den ich unbeabsichtigt begangen hatte und den ich so auch nicht wieder machen werde. Tatsächlich lag mir nichts ferner, als diese Verwechslung zu machen - das Problem ist ja, dass es in Regensburg zwei Unternehmen mit sehr ähnlichen Namen gibt und ich das des Klägers bei Qype erwischt hatte, während ich doch eigentlich nur meine Freunde beqypen wollte. Zum zweiten muss ich die Anwaltskosten tragen; bei einem Streit-/Gegenstandswert von 8.000 Euro, auf den wir uns letztlich geeinigt haben, sind das nicht ganz 700 Euro, hinzu kommen noch die Kosten für meinen Anwalt.

Was habe ich gelernt? Einiges.

1) Qype halte ich nach wie vor für eine gute Seite, und ich werde es auch weiterhin nutzen. Ich werde aber in Zukunft noch vieeeel penibler drauf achten, dass mir das System beim Anlegen eines Beitrags auch tatsächlich das Unternehmen bzw. den Ort vorschlägt, den ich meine. Ich bezweifele, dass die Reihe von Zufällen, die in meinem Fall zur Abmahnung geführt haben, nochmal auftreten (zwei sehr ähnlich lautende Unternehmen in einer Stadt; nur eins wird von Qype vorgeschlagen; …), aber sicher ist sicher.

2) Das Interesse innerhalb der Blogosphäre (aber auch darüber hinaus) für Abmahnungen ist sehr groß; das haben ja schon zahlreiche andere Fälle über die letzten Monate und Jahre gezeigt, aber ich war doch sehr verblüfft, wie hohe Wellen mein Fall dann geschlagen hat. Zur Veranschaulichung mal ein Screenshot meines blogscout-Counters zu den Zugriffen pro Tag - die Qypedelle Anfang April ist deutlich zu erkennen..

In meinem Fall spielte sicherlich eine entscheidende Rolle, dass mein Ursprungsbeitrag so schnell aufgegriffen wurde - zunächst vom Abmahnblog; aber im Verlauf der Tage auch von einer ganzen Reihe sehr reichweitestarker Blogs, die das ganze wiederum weiter verbreitet haben; nur so (durch das Zusammenspiel von A-List und long tail, um es nochmal wissenschaftlich zu sagen.. :-)) kommt letztlich ja Aufmerksamkeit zustanden. Ich hoffe, dass es nicht allein an meiner “Prominenz” liegt, dass mir soviel Unterstützung entgegen gebracht wurde, sondern dass auch andere Blogger in ähnlichen Situationen ähnliche Solidarität spüren. Zwei Leute will ich da gerne noch namentlich erwähnen: Ute Moritz von Qype hat sich direkt mit mir in Verbindung gesetzt und mir über den Verlauf der letzten Wochen das Gefühl gegeben, dass ich von Qype nicht im Regen stehen gelassen werde. Wir haben vereinbart, dass wir öffentlich nicht darüber sprechen, wie weit die Unterstützung geht, aber ich kann mich wirklich nicht beklagen. Und zum anderen habe ich im Zuge der Vorfälle Kontakt zum Kölner Rechtsanwalt Stefan Maas bekommen, der u.a. auf Internetrecht spezialisiert ist. Er hat mir gerade in den ersten Tagen eine Reihe von Informationen und Ratschlägen gegeben, die ich sehr hilfreich fand - wenn man zum ersten Mal abgemahnt wird, tauchen natürlich viele Fragen auf, bei denen er mir weitergeholfen hat. Sollte ich (was ich nun wirklich nicht hoffe) noch einmal in eine ähnliche Situation kommen, würde ich sofort wieder an ihn wenden.

3) Wenn ich jemals Verspannungen im Nacken- und Rückenbereich haben sollte, oder sonstwie die Leistungen eines Physiotherapiezentrums in Anspruch nehmen muss, würde ich in das Regensburger Therapiezentrum meiner Freunde Hanna und Holger Luven fahren. Die sind nämlich wirklich gut! :)



  1.  
    April 21, 2007 | 9:10 pm
     

    Auch wenn es Zeit, Nerven und Geld gekostet hat, kannst Du froh sein, dass die Angelegenheit vorbei ist. Für alle qype-Nutzer war es sicher beruhigend, auch von Deiner Seite zu hören, dass Dir qype währenddessen zur Seite stand. Dein Beispiel hat wieder einmal gezeigt, wie schnell man unbeabsichtigt zu einer Abmahnung kommen kann und wird sicher den einen oder anderen etwas sensibilisieren.

    Derzeit beobachtet die gesamte Netzwelt das Thema Abmahnung sehr stark und ich glaube nicht, dass es an Deiner “Prominenz” lag, dass Dein Fall so große Aufmerksamkeit genossen hat. Aber für Dich hat es doch auch etwas Gutes. Du hast jetzt ein neues Forschungsfeld und bist gleich noch etwas prominenter geworden. Darauf ein Eis und eine Entspannungsmassage.

    In meiner Heimat übrigens gab es eine alteingesessene Eisdiele Namens C. Der Vater vererbte den drei Kindern, die mittlerweile zerstritten sind, je eine Filiale. Eine Warnung an alle Qyper: haltet das bloß sauber auseinander, sonst könnt ihr bald Eure Abmahnungsgeschichte im Radio erzählen, z. B. anhand eines Physiotherapeuten. Aber so weit kommt es sicher nicht mehr, schließlich haben wir nun alle dazugelernt.

Dieser Beitrag ist für Kommentare geschlossen.