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[Teil 1 des DGPuK-Fazits; Teil 2 hier] Das Wochende war dringend nötig, um die Eindrücke von der Bamberger DGPuK-Tagung sacken zu lassen und ein wenig Kraft zu tanken. Alles in allem fand ich es eine sehr anregende, aber auch anstrengende Konferenz - jeder der drei Abende von Mittwoch bis Freitag endete erst gegen zwei oder drei Uhr - dafür kennen jetzt eine Reihe von auswärtigen Kollegen die Weinstube “Pizzini“, die Altenburg inkl. nächtlichem Spaziergang in die Stadt, Boxgalopp und natürlich Götz Frittrang.. :-).

Boxgalopp spielen zum Ausklang auf der Altenburg
Einige weitere Eindrücke (Technorati bietet noch ein wenig mehr, und die Konferenzhomepage hält Fotos bereit):
- Die Keynote von Jimmy Wales (die inzwischen auch als Videostream bereit liegt) hat mir sehr gut gefallen; er blieb zwar erwartungsgemäß etwas vage in seinen Ausführungen zum neuen “Wikia“-Projekt, strahlte aber zu jeder Zeit eine große Begeisterung und Überzeugtheit aus, dass Wikipedia (und möglicherweise auch Wikia) ein sinnvolles und ‘gutes’ Projekt ist. Alexander Filipovic hat es aus sozialethischer Perspektive kurz betrachtet. Der Medienrummel war ziemlich hoch; meines Wissens hat es neben der Pressekonferenz noch mindestens vier Exklusivinterviews gegeben, darunter eines von einem recht bekannten elektrischen Videoreporter..

Prof. Stöber, Prof. Theis-Berglmair, Jimmy Wales und Prof. Rössler
- Das Panel zu “Wikis und Weblogs”, das ich am Freitag leiten durfte, hat zwar nicht ganz so viel Medienrummel erzeugt, war aber trotzdem das bestbesuchte Einzelpanel. Die drei Vorträge beleuchteten Einsatz und Nutzung von Wikis aus unterschiedlicher Perspektive; die anschließende Diskussion drehte sich vorrangig um Fragen der Qualität. Auch hier hat Alexander ausführlichere Infos.
- Um zumindest noch einen anderen Vortrag zu hören, setzte ich mich in ein offenes Panel und lauschte Sonja Glaab (Mainz/Harvard), die über “Wilhelm II. und die Presse – Ein Medienkaiser in seinem Element?” sprach. Sie nahm eine sehr interessante Kombination von historischer und kommunikationswissenschaftlicher Analyse vor, indem sie das Verhältnis von Kaiser Wilhelm II. zu den Massenmedien seiner Zeit (d.h. also vorrangig der Presse) analysierte. Demnach bewegte sich der Kaiser in einer ständigen Spannung zwischen Selbstzweifeln und persönlicher Unsicherheit, dem daraus resultierenden Wunsch nach öffentlicher Zustimmung und Beachtung (er wurde auch als “Reise- und Redekanzler” bezeichnet), sowie dem grundlegenden Konflikt zwischen der Würde bzw. dem Status des Kaisertitels und der Orientierung an der öffentlichen Meinung, die andere Politiker seiner Zeit schon etwas klarer betrieben. Als “Medienkaiser” kann er aber auch bezeichnet werden, weil seine Regierungszeit von der Medienentwicklung (Verfestigung des Pressewesens) und ersten Medienskandalen (insbes. die Telegraph-Affäre) gekennzeichnet war.
- Daneben war ich vor allem abseits der Vorträge eingespannt; zusammen mit Ansgar Zerfaß und Martin Welker habe ich in einer sehr langen Sitzung die ganzen Einreichungen für unseren geplanten Sammelband (über 70 waren es schlußendlich!) gesichtet; es ist aber noch einiges an Abstimmung und Klärung nötig, bevor wir den Autor/innen offiziell Bescheid geben können. Freitag nahm ich zudem noch an einer Beerdigung aus dem Kreis der örtlichen SPD teil; ein trauriger Anlaß, der die Konferenz auch wieder etwas in den Hintergrund rücken ließ.
Alles in allem also ereignisreiche drei Tage; ich hatte den Eindruck, dass es auch unseren Gästen sehr gut in Bamberg gefallen hat (das Wetter, das nach Regenschauern am ersten Tag zusehends schöner wurde, tat ein Übriges) - im September bietet sich ja eine weitere Gelegenheit zum Kommen, wenn auch in kleinerem Rahmen. Die erschöpfte Erleichterung oder erleichterte Erschöpfung ist den Organisatoren (zu denen ich nicht wirklich zähle, ich war kaum an der Vorbereitung beteiligt) deutlich anzusehen. Es fehlen auf dem Bild leider Gabriele Mehling (unsere neue Kollegin am Lehrstuhl), Helga Meinhardt (Sekretariat Kowi) - und natürlich die unzähligen Studierenden, die maßgeblich zum reibungslosen Ablauf beigetragen haben. Danke!

Meine Wenigkeit, Johannes Raabe, Kristina Wied, Rudolf Stöber, Anna Maria Theis-Berglmair, Florian L. Mayer, Ulrike Fleischer
Aufarbeitungen I - Die DGPuK-Jahrestagung…
Letzte Woche war es soweit. Die DGPuK hielt Hof in Bamberg und zwar im Welcome Hotel und im Hotel Residenzschloss. Natürlich durfte man sich über ein ganz ausgefeiltes Programm freuen, welches ein enorm breites Themenspektrum in Form von 14 v…