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Zusammen mit Tina Guenther habe ich in den letzten Wochen einen Aufsatz verfasst, der 2008 (jaja, so lange dauert das manchmal) in einem Sammelband von Herbert Willems (voraussichtlicher Titel “Weltweite Welten. Internet-Figurationen aus wissenssoziologischer Perspektive”) erscheinen wird. Unser Beitrag lautet “Wissenstypen im „Web 2.0“ – eine wissenssoziologische Deutung von Prodnutzung im Internet” - hier die Zusammenfassung:
Das Schlagwort „Web 2.0“ fasst eine Reihe von Entwicklungen zusammen, die das Internet in den letzten Jahren geprägt haben. Aus wissenssoziologischer Perspektive ist insbesondere die Prodnutzung von Interesse, worunter diejenigen dezentralen, heterarchischen und öffentlichen Prozesse verstanden werden, in denen aktive Nutzer beständig Informationen, Wissens- und Kulturgüter erzeugen, verbessern, organisieren und verbreiten. Sie stellen den etablierten Eigentums- und Warencharakter des Wissens sowie die darauf basierenden Organisations-, Geschäfts-, und Distributionsmodelle infrage und setzen ihnen ein nicht-marktliches, non-proprietäres Modell der Wissensproduktion und –distribution entgegen. Aufbauend auf der phänomenologischen Wissenssoziologie identifiziert dieser Beitrag die Besonderheiten der drei Wissenstypen Content, Code und Metadaten sowie verschiedene Formen der Kritik, die zu der Weiterentwicklung des Wissens durch die Prodnutzer beitragen. Anhand von Weblogs werden diese Praktiken schließlich beispielhaft verdeutlicht.
In dem Text stecken meiner bescheidenen Meinung nach jede Menge interessanter Gedanken drin, die ich gerne weiter diskutieren möchte - vielleicht komme ich demnächst mal dazu, einiges auch hier im Blog zur Diskussion zu stellen (oder Tina macht es?). Im Moment ist bei mir aber gerade allerheftigstes Arbeiten angesagt, da in den nächsten Wochen drei weitere Aufsätze fertiggestellt werden müssen und die Vorbereitungen zur Wiki-Sonderausgabe von kommunikation@gesellschaft ebenfalls in die Zielgerade gehen…
Ich finds auch immer schwierig, denn man soll ja auch nicht von seinem Niveau und Wissen abrücken, aber der Text richtet sich schon eindeutig an Fachpublikum, oder? Ich versteh jedenfalls nur die Hälfte.
tf - ja, das ist ein Aufsatz, der verschiedene Konzepte soziologischer Theorien aufgreift (insbesondere die phänomenologische Wissenssoziologie von Schütz/Berger/Luckmann sowie Gedanken aus Habermas’ Diskurstheorie) und auf den Gegenstand “Web 2.0″ anwendet. Ich kann mir gut vorstellen, dass er für fachfremde Leser nicht sehr leicht zugänglich ist; deswegen würde ich ja gerne in der nächsten Zeit einige Gedanken hier im Blog nochmal aufgreifen, wo ich in etwas anderem Stil schreibe..
Hier bei Sozlog findet Ihr auch ebenfalls eine kurze Vorstellung der Hauptaussagen des Aufsatzes über Wissenstypen in Web 2.0. Gemeinsam mit Gastblogger Steffen Büffel vom mediaocean, der sich auch schon mit dem Aufsatz beschäftigt hat - und hoffentlich auch mit Jan?
ist dort Zeit und Raum zum Diskutieren; Fragen und Kommentare sind herzlich willkommen.
Freue mich schon auf die Diskussion. Hier oder drüber im Sozlog. Als Hardliner aus der organisationstheoretischen Ecke sträuben sich bei mir schon ein wenig die Nackenhaare, wenn ich lese, Metadaten seien Wissen. Aber dafür ist ja die Diskussion da
Hi Steffen, das darfst Du uns hüben und drüben in aller Breite und Tiefe erläutern … und - wie zuvor geschrieben - jeder, der dies hier liest, ist herzlich zum Mitdiskutieren eingeladen.