Qype-Microfeed: Veränderungen sichtbar machen

Posted on Mittwoch 19 September 2007

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Eigentlich habe ich ja keine Zeit, weil ich mich um die Vorbereitung unseres Workshops “Das neue Netz?” kümmern sollte. Aber zumindest kurz will ich auf eine interessante Sache hinweisen:

Qype hat vor einigen Tagen den “Qype Minifeed” eingeführt, der registrierten Nutzern einen Überblick bietet, was sich im eigenen Netzwerk so tut: Neue Beiträge, Fotos, Bewertungen oder Listen, die die die eigenen Kontakte erstellen, werden angezeigt, wobei sich die Inhalte des Feeds konfigurieren lassen. Qype geht damit ein Problem an, das eigentlich alle Social-Software-Plattformen haben: Wie kann ich als Nutzer über Aktualisierungen bzw. Veränderungen auf dem Laufenden bleiben? Das kann plattformweit geschehen, wie es z.B. Blog-Plattformen wie twoday.net mit der Anzeige der neuesten Beiträge oder Xing mit der Anzeige neuer Mitglieder auf der Startseite lösen. Ab einer bestimmten Größe reicht dies jedoch nicht mehr aus, da für mich Veränderungen im eigenen Netzwerk relevanter sind. Insofern halte ich den Schritt von Qype auch für richtig, hierfür Sichtbarkeit zu erzeugen.

qype minifeed

Konfiguration des Qype Mini-Feed

Gleichzeitig macht dieser Schritt aber auch deutlich, wie sehr sich Veränderungen im Code einer Anwendung auf die darauf aufbauenden Nutzungspraktiken auswirken können. danah boyd hat vor etwa einem Jahr einen lesenswerten Beitrag veröffentlicht, als Facebook den “news feed” gestartet hatte. Sie nannte es damals “privacy trainwreck” und wies auf den Unterschied zwischen “public” vs. “accessible” hin: All die Informationen über geänderte Kontaktinformationen, neue Kontakte oder neue Einträge auf den “Walls” meiner Kontakte waren selbstverständlich vorher auch schon “public”, da ich sie ja auf deren Profilen jeweils einsehen konnte. Durch einen Feed werden sie aber für mich “accessible” (das würde ich in diesem Zusammenhang mit “sichtbar” übersetzen), ich werde quasi mit der Nase darauf gestossen, ob ich will oder nicht.

Sehr interessant sind daher die Reaktionen der Qype-Nutzer, die im zugehörigen Blog-Eintrag geäußert werden. Ich habe jetzt nicht systematisch durchgezählt, aber Lob und Kritik scheinen sich die Waage zu halten, evtl. mit einer Mehrheit auf Seiten der Kritiker. Letztere äußern - neben einem generellen Gefühl der Überladenheit bzw. des Informationsüberflusses - auch Verbesserungsvorschläge, bspw. eine stärkere optische Trennung der verschiedenen Kategorien oder ein “to do”-Marker, mit dem man z.B. erledigte Kontaktanfragen verschwinden lassen könnte. Bedenkenswert finde ich folgendes: Die Konfigurierbarkeit setzt im Moment beim Nutzer als Empfänger an: Ich wähle, was ich sehen will und was nicht. Wichtig wäre aber auch eine Konfigurierbarkeit beim Nutzer als Sender: Ich wähle, welche meiner Aktionen bei meinen Kontakten angezeigt werden. Facebook bietet z.B. diese Option an, Qype sollte zumindest auch mal darüber nachdenken.

facebook minifeed

Konfiguration des Facebook Mini-Feed



  1.  
    September 19, 2007 | 6:47 pm
     

    Das schließt ja soweit eigentlich an den aktuellen Code von Facebook an, wenn ich mich recht entsinne. Dort war es aber, denke ich, möglich auch als Sender entsprechende Konfigurationen vorzunehmen. Sicherlich eine sehr interessante Anwendung, aber ich kann Dir nur zustimmen, dass es äußerst wichtig ist eben auch die Senderseite mit Konfigurationsmöglichkeiten auszustatten. Immerhin geht es hier auch um eine Art Privatsphäre, die manch einer schützen möchte.

  2.  
    September 19, 2007 | 7:03 pm
     

    Äh, ja, das Beispiel von Facebook habe ich ja gerade gewählt, um auf die “Sender-Konfiguration” hinzuweisen.. :) oder meinst Du “Empfänger”? Das geht bei Facebook auch.

  3.  
    September 20, 2007 | 7:47 am
     

    Schon mal von “Plaxo Pulse” gehört? Veränderungen im eigenen Netzwerk können damit ganz gut sichtbar gemacht werden. Ich schick Dir mal ne Einladung…

  4.  
    September 20, 2007 | 11:28 am
     

    a) ich stimme zu: zunächst sollte der “sender” konfigurieren können, über welche aktionen andere benachrichtigt werden sollen, dann können “empfänger” konfigurieren, was davon sie wie sehen wollen.
    b) jan, du nennst 2 möglichkeiten, wie veränderungen sichtbar gemacht werden: solche, die eine gesamte plattform (zb qype) betreffen und solche, die das eigene netzwerk innerhalb einer plattform betreffen. mir selbst schiene eine 3. dimension sehr nützlich: eine plattform-übergreifende möglichkeit, über veränderungen meines eigenen netzwerkes innerhalb verschiedener plattformen (also xing UND qype UND facebook UNd …). dies geht momentan nur sehr eingeschränkt über mail …

    Alexander, was tut plaxo pulse?

    lg
    chris

  5.  
    September 20, 2007 | 12:07 pm
     

    Chris, zu b): Hast recht, das wäre eine weitere Möglichkeit. Neben Mail erbringt RSS in gewisser Weise diese Funktion, WENN die Plattformen, auf denen mein Netzwerk so aktiv ist, RSS-Feeds auch nach draußen läßt.

  6.  
    November 30, 2007 | 3:09 pm
     

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