Vorratsdatenspeicherung und Wissenschaft

Posted on Mittwoch 3 Oktober 2007

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Über die GIR-L-Mailing-Liste kam heute der Hinweis auf einen interessanten Text von Rainer Böhme und Andreas Pfitzmann in “Forschung & Lehre” (10/2007): Datenspuren beim Forschungskontakt. Wie die Vorratsdatenspeicherung empirische Sozialforschung verändern könnte. (Link zum Artikel).

Die dort genannten Vorbehalte gegen die Vorratsdatenspeicherung sind (wie die Autoren selbst anmerken) möglicherweise nachrangig gegenüber allgemeinen bürger- und freiheitsrechtlichen Bedenken, zeigen aber auch ganz anschaulich, wie weitreichend die Folgen der geplanten Gesetzesänderung sind. Aus dem Fazit:

Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass die Einführung der Vorratsdatenspeicherung Sozialforschung insbesondere in sensiblenBereichen erschweren würde, weil sie (a) methodischen und technischen Zusatzaufwand zur Sicherstellung der Anonymität von Studienteilnehmern notwendig macht, (b) die generelle Teilnahme- und Auskunftsbereitschaft bei wissenschaftlichen Untersuchungen durch Überwachungsängste senkt sowie (c) Wissenschaftler davon abhalten könnte, in bestimmten Bereichen empirisch zu forschen.

Die Deutsche Gesellschaft für Psychologie hat sich bereits gegen die Vorratsdatenspeicherung ausgesprochen (siehe das aktuelle Rundschreiben, Punkt 7) und sich der “Gemeinsamen Erklärung zum Gesetzentwurf über die Vorratsdatenspeicherung” angeschlossen. Ich habe gerade per Mail an die beiden Fachgesellschaften, in denen ich Mitglied bin (Deutsche Gesellschaft für Onlineforschung sowie Deutsche Gesellschaft für Publizistik und Kommunikationswissenschaft) darauf hingewiesen und angeregt, sich dieser Erklärung ebenfalls anzuschließen. Vielleicht bin ich ja nicht der einzige?



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